Martin Schmitts 121 Meter waren fürs Weiterkommen zu wenig. Foto: Andreas Gebert
Martin Schmitts 121 Meter waren fürs Weiterkommen zu wenig. Foto: Andreas Gebert

Martin Schmitts 121 Meter waren fürs Weiterkommen zu wenig. Foto: Andreas Gebert

dpa

Martin Schmitts 121 Meter waren fürs Weiterkommen zu wenig. Foto: Andreas Gebert

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Nach seinem zweiten verpatzten Auftritt innerhalb von 48 Stunden verabschiedete sich Martin Schmitt bereits im Auslauf.

Wenig später machte Bundestrainer Werner Schuster das Halbzeit-Aus für den tief gefallenen Routinier bei der 60. Vierschanzentournee amtlich. 15 Jahre nach seinem Tournee-Debüt hat der einstige Skisprung-Liebling der Nation bei der 16. Teilnahme eine der schwärzesten Stunden in seiner Skisprung-Karriere erlebt.

«Das ist sehr ärgerlich. Beim ersten Wettkampfhöhepunkt der Saison will man eigentlich gut in Form sein, das ist mir nicht gelungen. Ich bekomme es einfach nicht richtig auf die Reihe», räumte Schmitt zerknirscht ein.

Zum dritten Mal nach 2005 und 2006 kam für den viermaligen Weltmeister das vorzeitige Tournee-Aus. «Martin Schmitt und Andreas Wank haben den letzten von sechs Startplätzen, die wir für die zweite Tourneehälfte haben, ausgesprungen. Wank hat sich durchgesetzt», erklärte Schuster nach dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen.

Schmitt hatte das schon nach seiner zu kurzen Landung bei 121 Metern und dem damit verfehlten Einzug ins Finale der besten 30 geahnt. «Das bedeutet das Aus für die Tournee. Ich war ganz gut in Mathe und kann bis sechs zählen. Ich bin, glaube ich, Siebter», erklärte der 33-Jährige mit Blick auf die interne Rangliste.

Seit dem Sommer, als ihn Knieprobleme in der Saisonvorbereitung immer wieder zurückwarfen, ist Schmitt nie in Fahrt gekommen. Auch ein Sondertraining in Lillehammer kurz vor Weihnachten brachte ihn nicht mehr entscheidend voran. «Er will zu viele Schritte machen, wenn er daran riecht, dass es wieder bessergehen könnte. Da geht es meistens nach hinten los», analysierte Schuster.

Schmitt, der mit seinen Erfolgen vor über einem Jahrzehnt einen Skisprung-Boom in Deutschland auslöste, droht nun zur traurigen Gestalt zu werden. Zumal er sich mit einem Karriereende weiterhin nicht beschäftigen will. «Für meine Laufbahn bedeutet das gar nichts. Morgen wird die Sonne wieder aufgehen und ich werde immer noch Skispringer sein», meinte er trotzig und deutete eine Fortsetzung der Karriere an: «Vielleicht sieht man mich 2013 in Innsbruck.» Dorthin reiste der DSV-Tross nun ohne Schmitt weiter.

Druck vom Verband wird er ob seiner Verdienste um die Sportart aber nicht bekommen. «Wann er aufhört, muss er selber wissen. Er hat für uns jahrelang die Kastanien aus dem Feuer geholt. Wir haben ihm viel zu verdanken», sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller der Nachrichtenagentur dpa und kündigte an: «Wenn er irgendwann entscheidet, dass es nicht mehr geht, werden wir ihn gebührend verabschieden.»

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