Endspurt
Matti Heikkinen (l) gewinnt die 4. Etappe.

Matti Heikkinen (l) gewinnt die 4. Etappe.

dpa

Matti Heikkinen (l) gewinnt die 4. Etappe.

Oberstdorf (dpa) - Tour der Leiden und kein Ende: Gebeutelt wie selten zuvor müssen die deutschen Langläufer derzeit bei der Tour de Ski zusehen, wie ihnen die Konkurrenz förmlich davoneilt. Auf der vierten Etappe gab es in Oberstdorf erneut nichts zu holen.

Schlimmer noch: Axel Teichmann aus Bad Lobenstein erlitt bei der Doppelverfolgung über 20 Kilometer einen Kräfteeinbruch und wurde von Bundestrainer Jochen Behle aus der Tour genommen. Unbeeindruckt von der deutschen Misere zieht die Konkurrenz ihre Kreise - allen voran der Schweizer Dario Cologna. Der Spitzenreiter kontrollierte jederzeit das Feld und wurde hinter dem Finnen Matti Heikkinen Zweiter. Bei den Damen musste Top-Favoritin und Tour-Spitzenreiterin Justyna Kowalczyk bei der Doppelverfolgung über zehn Kilometer ihre erste deutliche Niederlage einstecken. Beim Sieg der Schwedin Anna Haag wurde die Olympiasiegerin lediglich Fünfte, hat allerdings weiterhin einen komfortablen Vorsprung.

«Bei Axel ging vom ersten Kilometer an nichts. Doch er ist gesund, und an den Ski lag es auch nicht», sagte Bundestrainer Jochen Behle. Der von sich selbst schwer enttäuschte Teichmann war zu keinem Statement fähig. «Wir wollten nach der vierwöchigen Wettkampfpause Rennen, und die wären auch wichtig. Wenn aber die Batterie völlig leer ist, muss man sich fragen, ob es noch Sinn hat. Auch wenn man das Restprogramm mit den harten Wettbewerben zum Tour-Ende sieht», betonte Behle und fügte hinzu: «Er wird zwei Tage pausieren und dann ganz normal wieder ins Training einsteigen. Ich denke, dass er beim Weltcup in Liberec im Team-Sprint wieder erste Wettkampferfahrung sammeln wird.»

Angesichts der in acht Wochen beginnenden Weltmeisterschaft ist nun guter Rat teuer. «Eine geordnete WM-Vorbereitung sieht anders aus. Bei Leuten wie Tobias Angerer und Teichmann, die ja gesund sind, sehe ich da nicht so schwarz wie bei den gegenwärtig Kranken. Wenn wir jetzt mit einer Trainingsphase beginnen, an deren Ende noch ein paar Weltcup-Rennen stehen, müssten wir das hinbekommen. Bei einigen müssen wir aber erstmal die Genesung abwarten», sagte Behle.

Wozu die DSV-Läufer dennoch imstande sind, zeigte der Frankenhainer Jens Filbrich. Auf dem klassischen Teilstück diktierte er das Rennen mit. «Ich habe mich richtig gut gefühlt. Doch dann kam ein Sturz dazwischen, und schon waren 20, 25 Plätze verloren. Zudem habe ich mir das Schienbein richtig wehgetan und konnte im Skating nicht so, wie ich wollte», sagte der Thüringer, der als 21. der Gesamtwertung bester DSV-Läufer ist. Eine Attacke, besonders auf den letzten drei Etappen, kündigte auch der Oberwiesenthaler Tom Reichelt an. «Ich bin gesund und topfit. Mir ging es darum, in der vorderen Gruppe mit anzukommen und nicht zu viel Zeit zu verlieren», sagte er.

Angreifen würden auch gern die deutschen Damen, doch dafür fehlt ihnen gegenwärtig die Form. In der Doppelverfolgung wurde die Oberstdorferin Katrin Zeller 21. und erreichte ihr bislang bestes Tour-Ergebnis. Stefanie Böhler (Ibach) kam als 37. ins Ziel.

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