Der Norweger Petter Northug hat bei der Tour de Ski die Favoritenrolle inne. Foto: Antonio Bat
Der Norweger Petter Northug hat bei der Tour de Ski die Favoritenrolle inne. Foto: Antonio Bat

Der Norweger Petter Northug hat bei der Tour de Ski die Favoritenrolle inne. Foto: Antonio Bat

dpa

Der Norweger Petter Northug hat bei der Tour de Ski die Favoritenrolle inne. Foto: Antonio Bat

Oberhof (dpa) - Das ungekrönte Königspaar des Skilanglaufs, Marit Björgen und Petter Northug, gibt sich die Ehre, doch die deutschen Athleten wollen nicht vor Ehrfurcht erstarren, sondern die Tour-Favoriten ein wenig ärgern.

Vor der sechsten Auflage der Tour de Ski, die am Donnerstag in Oberhof beginnt, stellt sich nur eine Frage: Wer kann den «außerirdisch» laufenden Norwegern Paroli bieten? Ein deutscher Gesamtsieg beim Saisonhöhepunkt, der mit rund 82 000 Euro belohnt wird, ist illusorisch.

«Wir wollen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern jeweils zwei Athleten unter die Top 10 oder zumindest in ihre unmittelbare Nähe bringen», sagt Bundestrainer Jochen Behle. Trotz der mäßigen Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf glaubt der 51-Jährige an eine Leistungssteigerung seiner Schützlinge. «Bei den Frauen haben wir mit den beiden Oberstdorferinnen Nicole Fessel und Katrin Zeller zwei Läuferinnen, die durchaus in diesen Bereich vordringen können», meinte Behle. «Bei den Männern haben wir sogar noch mehr Eisen im Feuer. Tobias Angerer, Axel Teichmann, Tom Reichelt und Jens Filbrich sind in der Lage, relativ weit vorn mitzumischen. Voraussetzung aber ist, alle bleiben gesund.»

Im vergangenen Jahr war das deutsche Team durch Krankheiten auf drei Läufer reduziert worden. Das soll sich nicht wiederholen. «Um wirklich ein gutes Ergebnis zu bringen, muss man gesundbleiben. Und konstant laufen. Es bringt nichts, schon nach der dritten Etappe über den Schlussanstieg zur Alpe Cermis nachzudenken, da fällst du mit Sicherheit auf die Klappe», meint Angerer, der die Tour-Premiere 2006/2007 gewonnen hatte, danach aber keine Rolle mehr spielte.

«Ich hatte schon etwas Pech mit Krankheiten und Formkrisen, aber ich laufe die Tour unheimlich gern. Sie umfasst alles, was den Langlauf ausmacht: Sprints und Distanzrennen, Freistil- und Klassikwettbewerbe, Verfolgungs- und Massenstartveranstaltungen. Und den Schlussanstieg in Val di Fiemme, an dem man nur noch gegen sich selbst läuft», beschreibt der Vachendorfer die Faszination.

Bei der sechsten Auflage hat Tour-Erfinder Jürg Capol ein weiteres Ziel erreicht: Die Veranstaltung ist der Saisonhöhepunkt der Langläufer, da es keine internationalen Meisterschaften in diesem Wettkampfjahr gibt. Deshalb wurde die Tour auch um eine Etappe verlängert. Über Oberhof und Oberstdorf, wo jeweils zwei Etappen ausgetragen werden, führt sie wiederum nach Toblach. Dort wird es erstmals drei Tagesabschnitte geben, ehe in Val di Fiemme die beiden Schlussetappen ausgetragen werden. Lediglich zwei Ruhetage am 2. und 6. Januar dienen den Athleten und Betreuerteams zur Erholung.

Erst auf den letzten drei Etappen wird sich nach Aussage aller Experten die Tour entscheiden. «Da kommt es knüppelhart und wenn das Wetter unbeständig sein sollte, kann dir auch ein Drei-Minuten- Vorsprung flöten gehen», sagt Behle. Als härteste Konkurrentin für Marit Björgen, die während der Tour ihren 50. Weltcup-Einzelsieg anstrebt, sieht der Coach die zweimalige Gesamtsiegerin Justyna Kowalczyk aus Polin. «Sie habe ich noch nicht abgeschrieben», meint Behle. Auch Therese Johaug aus Norwegen hat er auf der Rechnung: «Sie fliegt den Berg zum Schluss förmlich hinauf.»

Northug hat gleich mehrere Rivalen, zumal der Norweger in den vergangenen Jahren immer Probleme beim Etappenrennen hatte und es wie Björgen noch nie gewinnen konnte. «Dario Cologna, Lukas Bauer, die Franzosen und Russen werden ihm das Leben schon sehr schwer machen. Und vielleicht können unsere Jungs ja auch ihren Teil zu einer spannenden Tour beitragen», sagt der Bundestrainer.

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