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Weltmeister Gregor Schlierenzauer geht nach der knappen Entscheidung auf die Knie.

Weltmeister Gregor Schlierenzauer geht nach der knappen Entscheidung auf die Knie.

Der polnische Superstar Adam Malysz gab nach dem Springen seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt.

Simon Ammann holte durch einen starken zweiten Sprung noch die Bronzemedaille.

Der Norweger Tom Hilde konnte im ersten Durchgang seinen weiten Satz nicht stehen und stürzte. Am Ende belegte er Platz zehn.

Martin Schmitt hatte im ersten Durchgang Pech in der Windlotterie und kam nur auf 116 Meter. Es reichte aber für die Teilnahme am Finaldurchgang.

Severin Freund war mit seinem Auftritt nicht zufrieden.

Michael Uhrmann verkündete nach dem Springen sein baldiges Karriereende.

Weltmeister Gregor Schlierenzauer (r) nimmt nach der Entscheidung die Glückwünsche des geschlagenen Thomas Morgenstern (l) in Empfang.

Gregor Schlierenzauer kann seinen WM-Sieg ausgelassen feiern.

dpa, Bild 1 von 9

Weltmeister Gregor Schlierenzauer geht nach der knappen Entscheidung auf die Knie.

Oslo (dpa) - Weltmeister Gregor Schlierenzauer vergoss Tränen des Glücks, Michael Uhrmann kündigte nach Platz sechs das Ende seiner Karriere an. In einer dramatischen Entscheidung im «Hexenkessel» von Oslo haben Deutschlands Skispringer Nerven gezeigt und das erhoffte Edelmetall klar verpasst.

Uhrmann zog nach Entscheidung von der Großschanze dennoch ein zufriedenes Fazit und verkündete danach: «Der Teamwettbewerb am Samstag wird mein letzter großer Wettkampf.» Auch der Pole Adam Malysz kündigte an, seine Karriere am Saisonende zu beenden.

Während Altmeister Uhrmann gut mit seiner Platzierung leben konnte, blieb Shootingstar Severin Freund als Zwölfter unter seinen Möglichkeiten. «Er hat mehr Potenzial, aber heute nicht den optimalen Sprung gefunden», urteilte Bundestrainer Werner Schuster und stellte fest: «Mannschaftlich war das ein Top-Wettkampf mit vier Springern unter den besten 16. Aber für eine Einzelmedaille müssen wir noch ganz schön arbeiten.»

Nach einem kleinen Fehler beim Absprung kam Freunds Ski im ersten Versuch zu langsam in die richtige Position. «Da verliert man natürlich an Weite», stellte der 22-jährige Hoffnungsträger nach seinem Sprung auf 129,5 Meter fest. Vor über 30 000 Fans reichte es im Finale nur zu 126 Metern und der Erkenntnis: «Bei einer WM am Holmenkollen ist die Anspannung noch einmal ein bisschen größer.»

Schlierenzauer, der in dieser Saison schwer in Tritt gekommen war und nach einer Sturzverletzung die Vierschanzentournee verpasst hatte, setzte sich mit 130 und 134,5 Metern um die Winzigkeit von 0,3 Punkten vor seinem Landsmann Thomas Morgenstern durch. Der Weltmeister auf der Normalschanze sprang 133 und 131 Meter. Bronze holte sich der viermalige Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz. «Ich kann diesen Tag nur genießen», sagte der völlig aufgelöste Schlierenzauer.

Uhrmann war im ersten Durchgang auf 133 Meter geflogen. «Das war der erste Sprung, den ich am Schanzentisch richtig gut getroffen habe. Ich hatte aber auch gute Bedingungen», sagte der Team-Olympiasieger von 2002. Mit Macht wollte er dann angreifen, doch das ging daneben. Trotzdem kam der 32 Jahre alte Familienvater auf 129,5 Meter. «Die Platzierung geht absolut in Ordnung», sagte Uhrmann.

Ein gelungenes WM-Debüt lieferte Youngster Richard Freitag ab, der sich mit Rang 15 für einen Einsatz im Teamwettbewerb empfahl. Der 19-Jährige aus Aue ließ sich weder von den wechselhaften Bedingungen noch der großartigen Kulisse beeindrucken. «Ich habe oben gar nicht mitbekommen, dass die Winde wechseln», sagte Freitag nach seinem ersten Sprung auf 129,5 Meter. Im Finale kam der Sachse auf 123,5 Meter.

Pech hatte Martin Schmitt, denn ausgerechnet bei seinem ersten Versuch blies ein starker Rückenwind. 116 Meter waren zu wenig für eine Top-Platzierung. «Es war brutal zu springen. Die Bonuspunkte sind besser als nix, aber natürlich springt es sich bei Aufwind leichter. Das gleicht es nicht aus», haderte der Vizeweltmeister von 2009.

Mit 128,5 Metern im zweiten Durchgang machte der 33 Jahre alte Routinier immerhin noch sieben Plätze gut und beendete den Wettbewerb als 16. «Schön, dass es noch ein Stück nach vorne gegangen ist», sagte Schmitt.

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