Atemlos
Nicole Fessel ist nach dem Teamsprint komplett außer Atem.

Nicole Fessel ist nach dem Teamsprint komplett außer Atem.

Die Schwedinnen Ida Ingemarsdotter (l) und Charlotte Kalla heben nach ihrem Sieg im Teamsprint ab.

Die schwedischen Langläuferinnen Ida Ingemarsdotter (l) und Charlotte Kalla schreien ihre Freude über Gold heraus.

Die kanadischen Teamsprintsieger Devon Kershaw (l) und Alex Harvey rocken Oslo.

Alex Harvey (M) sicherte Kanada im Schlussspurt den Sieg.

Tim Tscharnke nach dem Zieleinlauf im Teamsprint.

dpa, Bild 1 von 6

Nicole Fessel ist nach dem Teamsprint komplett außer Atem.

Oslo (dpa) - Blech statt Bronze: Als Tim Tscharnke die heiß ersehnte erste Medaille für die deutschen Langläufer bei der Ski-WM in Oslo nur um einen Wimpernschlag verpasst hatte, sackte sein Partner Jens Filbrich enttäuscht in den Schnee.

Nach einem dramatischen Finish musste sich das DSV-Duo im Klassik-Teamsprint mit dem undankbaren vierten Platz hinter Weltmeister Kanada sowie Norwegen und Russland begnügen. «Für mich ist in diesem Moment die Welt zusammengebrochen. Ich habe uns schon auf dem Podest gesehen», beschrieb Filbrich seine Gefühle.

Nach sechs Runden über jeweils 1,5 Kilometer fehlten Schlussläufer Tscharnke lediglich vier Zehntelsekunden zu Bronze und nur 0,9 Sekunden auf Weltmeister Kanada. Devon Kershaw und Alex Harvey gewannen in 19:10,0 Minuten die erste WM-Medaille für ihr Land - und dann gleich die goldene. Zuvor hatten Stefanie Böhler und Nicole Fessel bei den Damen den siebten Platz belegt. Weltmeister wurde Schweden vor Finnland und Norwegen.

«Der dritte Platz wäre mir natürlich lieber gewesen, aber einer muss eben Vierter werden. Heute hat es uns getroffen», sagte Tscharnke. In einem packenden Finish wählte der 21-Jährige aus Biberau auf der Zielgerade die Position hinter Norwegens Schlussläufer Ola Vigen Hattestad, der jedoch nicht die höchste Endgeschwindigkeit entwickelte.

So konnte der Russe Nikita Kriukow auf der Außenbahn an Tscharnke, der im Vorjahr gemeinsam mit Axel Teichmann Olympia-Silber gewonnen hatte, vorbeiziehen. «Ich habe alles rausgeschleudert, was ich hatte. Ich hatte mindestens 24 Prozent Milchsäure in den Muskeln», berichtete Tscharnke.

Filbrich erhielt zunächst Trost von Bundestrainer Jochen Behle, der dem 31-Jährigen anerkennend auf die Schulter klopfte. «Sicherlich ist das ein undankbarer Platz. Aber die Jungs haben hervorragend gekämpft», lobte Behle. Filbrich zog nach der ersten Enttäuschung ebenfalls ein positives Fazit: «Wir haben alles herausgeholt und das Optimum gezeigt. So ist eben der Sport. Es gibt die ersten Drei und dann einen Vierten.»

Die nächste Chance auf Edelmetall bietet sich am Freitag in der Staffel. «Das wird ein brutal hartes Rennen, bei dem sechs, sieben Nationen für die Medaillen infrage kommen», sagte Behle. Neben Filbrich werden Teichmann, Franz Göring und Tobias Angerer laufen.

Die deutschen Damen spielten im Medaillenkampf keine Rolle. 47,8 Sekunden betrug der Rückstand des DSV-Duos Böhler/Fessel auf Weltmeister Schweden. «Das wir nicht vorne dabei sein können, war klar. Wir haben von vorneherein gesagt, Platz sechs ist das Ziel», erklärte Behle.

Nach sechs Runden über jeweils 1,3 Kilometer setzten sich Ida Ingemarsdotter und Charlotte Kalla in 19:25,0 Minuten durch. «Ich habe am Anfang versucht, die Lücke zuzulaufen, dann aber schnell gemerkt, dass ich nicht herankomme», sagte Fessel.

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