Wie der norwegische Langlauf-Star die Konkurrenz erzürnt.

Ski Nordisch
Zwischen Genie und Wahnsinn: Langläufer Petter Northug.

Zwischen Genie und Wahnsinn: Langläufer Petter Northug.

dpa

Zwischen Genie und Wahnsinn: Langläufer Petter Northug.

Toblach. Petter Northug wird die Tour de Ski auch in diesem Jahr nicht gewinnen. Glauben die Experten. Und Northugs Konkurrenten in der Loipe. Zwar ist der Norweger in der Gesamtwertung als Dritter hinter dem Schweizer Dario Cologna und dem Schweden Marcus Hellner vor den letzten beiden Etappen in Val di Fiemme noch in Reichweite des Gesamtsieges, doch gegen Northug spricht etwas anderes: Er wird keine Unterstützung bekommen, sollte er attackieren wollen. Denn Northug ist wegen seiner Arroganz das Feindbild der Konkurrenz.

In seiner Heimat wird er gefeiert. Wegen seiner Erfolge wie den zwei Olympiasiegen von Vancouver und den drei Weltmeister- Titeln von 2009. Bei der Wahl zum norwegischen Sportler des Jahres bezwang er sogar den geachteten Star Ole Einar Björndalen. Was den privat eher schüchternen mehrfachen Junioren-Weltmeister, der als Vielschläfer bekannt ist, zur Reizfigur macht, sind seine Psycho-Tricks während der Wettkämpfe. Führungsarbeit kennt man von ihm nicht. Northug gilt als „Lutscher“, der den Windschatten der anderen nutzt. Damit spart er Kräfte – und nutzt sie im Zielspurt.

Die Strafen der FIS bewertet er als Affront gegen sich

Beim Weltcup in La Clusaz kam er aus Frust über Platz zwei zu spät zur Siegerehrung. Auf der Tour-Etappe in Oberstdorf wechselte er beim Zwischenspurt bewusst vor dem heranstürmenden Cologna die Spur. Die Strafen, die er bekam – in Frankreich wurde ihm das Preisgeld gestrichen, in Oberstdorf bekam er nicht die Bonussekunden für den Spurt-Erfolg – nimmt er als Affront gegen sich auf. „Die FIS will anscheinend, dass Cologna die Tour gewinnt“, ließ er wissen.

Lehren zieht er nicht. Er sei gern das „Biest“, so lange er Erfolg habe, sagt er. Für ihn zählt die WM am Holmenkollen, dort will er allen die Ski-Enden zeigen. Der Russe Alexander Legkow kündigte schon mal an: „Petter, ich warte auf dich.“ dpa

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