Der US-Amerikaner Bode Miller setzt sich gern in Szene.
Der US-Amerikaner Bode Miller setzt sich gern in Szene.

Der US-Amerikaner Bode Miller setzt sich gern in Szene.

dpa

Der US-Amerikaner Bode Miller setzt sich gern in Szene.

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Maria Riesch ist die Hauptdarstellerin bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen. Aber auch international gibt es viele Ski-Asse, die den Titelkämpfen eine Note geben könnten.

HERREN:

Bode Miller (33 Jahre, USA): Direkt von der Generalprobe in Hinterstoder startete der vierfache Weltmeister mit seinem Wohnmobil nach Innsbruck, um die Super Bowl im TV zu gucken. Nach bislang mäßigem Winter kommt der Draufgänger pünktlich zum Saisonhöhepunkt immer besser in Form, musste allerdings seinen letzten sportlichen Traum abhaken, die Titelsammlung in allen Disziplinen komplett zu machen. Dem ehemals starken Slalom-Fahrer ist die Abstimmung für den Torlauf abhandengekommen. Fehlen dürfen bei Miller auf keinen Fall die immer wiederkehrenden Rücktrittsgerüchte, die auch vor der WM die Runde machten.

Ivica Kostelic (31/Kroatien): Wie seine zurückgetretenene Schwester Janica wurde der Slalom-Weltmeister von St. Moritz immer wieder von Knieproblemen gestoppt. Doch weil Kostelic beschwerdefrei von Sieg zu Sieg fährt, hatte der begeisterte Gitarrenspieler auch keine Zeit, wie zunächst angedacht, bei der Eröffnungsfeier Musik zu machen. Im traumhaft verlaufenen Januar holte er bei sieben Siegen die rekordverdächtige Punktezahl von 999. Weshalb der 31-Jährige auch nicht unbedingt von einem WM-Titel, sondern vielmehr vom ersten kroatischen Gesamtweltcup-Triumph eines Skirennfahrers träumt.

Didier Cuche (36/Schweiz): Kraft pur. 90 Kilo verteilt auf 1,74 Metern. Das Mucki-Paket aus der Schweiz ist auch im ortgeschrittenen Alter ein Mann für das Podest. In Kitzbühel fuhr der gelernte Metzger bei der berühmtesten Abfahrt der Welt seinen vierten Sieg auf der Streif ein. Edelmetall in Garmisch vorausgesetzt hätte er Medaillen in drei Jahrzehnten gewonnen. Bei Olympia in Nagano gab es 1998 Silber, bei den Weltmeisterschaften in Are (2007) und Val d'Isère (2009) insgesamt einen kompletten Medaillensatz.

Michael Walchhofer (35/Österreich): Bei den zahlreichen «letzten Malen» war dem dreifachen Familienvater bislang wenig Glück vergönnt. Der letzte Abfahrtsauftritt in Kitzbühel - ausgeschieden. Der Abschied von den österreichischen Fans beim letzten Heimweltcup in Hinterstoder - nur ein 13. Platz. Selbst eine Wiederholung seiner Abfahrtsgoldfahrt von 2003 könnte den Speedspezialisten dennoch nicht zu einer Verlängerung seiner großen Karriere reizen. Nein, er bereue seine Entscheidung auf keinen Fall, erklärte Walchhofer - auch angesichts der schlimmen Sturzserie im rot-weiß-roten Team.

DAMEN:

Lindsey Vonn (26/USA): Die alljährliche Lindsey-Verletzung vor Großereignissen findet auch in Garmisch-Partenkirchen seine Wiederholung: Vor dem ersten Duell mit ihrer Dauerrivalin Maria Riesch im Super-G klagt die Amerikanerin über eine Gehirnerschütterung. Bei der WM in Val d'Isère hatte sie sich den Daumen an einer geköpften Schampus-Flasche geschnitten, vor Olympia 2010 hielt sie die Skiwelt mit täglichen Meldungen über eine Schuhrandprellung in Atem. Da sie in Vancouver zu Abfahrtsgold raste, zweifeln nur wenige an einem WM-Start, der jedoch keinen Schatten auf ihre Beziehung zu Maria Riesch werfen soll: «Wir sind immer gute Freundinnen - und fertig.»

Anja Pärson (29/Schweden): Für Maria Riesch ist die erfolgreichste aktive WM-Fahrerin «bei Großereignissen immer unberechenbar». Dabei lässt sich die kompakte Schwedin auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen. Nur einen Tag nach ihrem brutalen 60-Meter-Sturz in Vancouver holte sie trotz blauer Flecken Olympia-Bronze in der Kombination. «Egal, in welcher Position ich schlafen wollte, alles tat weh», bekundete Pärson damals. Nach schleppendem Auftakt in den Winter fuhr sie in Abfahrt und Super-G zuletzt zweimal auf den zweiten Platz.

Tessa Worley (21/Frankreich): Im möglichen deutschen Riesenslalom-Duell von Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg und Weltmeisterin Kathrin Hölzl will die 1,57 Meter kleine Französin zur großen Spielverderberin werden. Ende 2010 machte Worley, die bei Welttitelkämpfen oder Olympia noch ohne Medaille ist, mit drei Siegen nacheinander auf sich aufmerksam. Während sie auf der Piste Konkurrentinnen sind, dürften Worley und Rebensburg zumindest einmal im Jahr gemeinsam feiern: Die beiden 21-Jährigen haben beide am 4. Oktober Geburtstag.

Marlies Schild (29/Österreich): Zum Ende der WM soll es zum großen Showdown zwischen der diesjährigen Slalom-Dominatorin und Maria Riesch kommen. Bei 14 der vergangenen 22 Weltcup-Torläufe stand eine der beiden ganz oben auf dem Podest. In dieser Saison hieß die Siegerin fünfmal Schild, ein Einzeltriumph fehlt der Saalfeldenerin allerdings noch. Dafür hat Schild ihre große Liebe bereits lange im Weltcup gefunden: Gemeinsam mit Doppel-Olympiasieger Benjamin Raich posierte sie vor der WM für die Zeitschrift «Sport» als Ski-Glamourpaar.

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