Crans Montana (dpa) - Das erste Weltcup-Rennen nach den alpinen Ski-Weltmeisterschaften hat nach einem fragwürdigen Auftakt für Kritik gesorgt. «Das war keine Werbung für den Frauen-Skisport», sagte Weltmeisterin Wendy Holdener nach der Alpinen Kombination in Crans Montana.

«Die Sicherheit der Athleten muss die oberste Priorität sein», forderte US-Skistar Lindsey Vonn.

«Die Oberfläche ist furchtbar. Es ist wirklich sehr weich», schimpfte Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin. Die Gesamtweltcupführende Shiffrin, Vonn und alle andere Amerikanerinnen verzichteten bei dem nach Stürzen zu Beginn zunächst unterbrochenen Rennen auf den Start im Super-G. Athletensprecherin Michaela Kirchgasser aus Österreich verwies darauf, dass ihre Trainer die Strecke als sicher eingeschätzt hatten. Sie vertraue den Coaches und sei deswegen gefahren.

Atle Skaardal, Rennchef des Skiweltverbands, konnte die harsche Kritik nicht nachvollziehen. «Die Piste war gut, daran gibt es keinen Zweifel. Ich bin selber runter gerutscht nach 62 Fahrerinnen», sagte der Norweger. Das Problem sei die Geschwindigkeit an der Stelle gewesen und nicht der Zustand der Strecke. «Das wurde unterschätzt.»

Im Super-G hatten Abfahrts-Weltmeisterin Ilka Stuhec aus Slowenien, Riesenslalom-Weltmeisterin Tessa Worley aus Frankreich und die Schweizerin Denise Feierabend alle an derselben Stelle im oberen Teil der Piste die Kontrolle verloren. «Da können sich die Jungs von der FIS und die Testfahrer nicht aus der Verantwortung ziehen», mahnte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier.

Stuhec konnte einen Sturz gerade noch so verhindern, Worley und Feierabend krachten in den Fangzaun. Feierabend schrie danach vor Schmerzen und musste mit dem Rettungsschlitten von der Piste gebracht werden. US-Skistar Vonn twitterte sofort nach dem dritten Aus noch aus dem Startgelände: «Das reicht jetzt. Ich fahre heute nicht. Das ist nicht sicher. Bitte stoppt das.»

Die Entscheidung, das Rennen vom Reservestart neu zu beginnen, lobte Vonn zwar. Doch das reichte ihr nicht - und auch keiner ihrer Teamkolleginnen. «Wir haben alle gesagt, es ist zu gefährlich. Ich hoffe, morgen ist es besser», berichtete sie im ZDF. Shiffrin hatte kein Verständnis dafür, dass das Rennen in der Schweiz bei den ihrer Meinung nach viel zu weichen Bedingungen überhaupt gefahren wurde. «So hat sich Lindsey in Schladming wirklich böse verletzt», sagte sie unter Verweis auf den Sturz ihrer Teamkollegin bei der WM 2013.

Der Sieg ging am Ende an Federica Brignone aus Italien vor Stuhec und der WM-Dritten Kirchgasser. WM-Teilnehmerin Lena Dürr kam als beste Deutsche auf Rang acht. Für sie war es das zweitbeste Saisonergebnis. Am Samstag folgt ein Super-G in Crans Montana, am Sonntag die letzte Kombination des Winters. In der Disziplin-Wertung führt Stuhec mit 40 Punkten vor Brignone.

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