Piste
Die Grafik zeigt einen geplanten Streckenverlauf der neuen Kandahar-Abfahrt.

Die Grafik zeigt einen geplanten Streckenverlauf der neuen Kandahar-Abfahrt.

dpa

Die Grafik zeigt einen geplanten Streckenverlauf der neuen Kandahar-Abfahrt.

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Die alpine Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen kann wie geplant stattfinden. Der Grundstücksbesitzer, mit dem die Gemeinde jahrelang im Streit gelegen hatte, stellt sein rund 4000 Quadratmeter großes Grundstück nun doch für die Kandahar-Abfahrt zur Verfügung.

Das bestätigte der Anwalt Ludwig Seitz, der den Eigentümer vertritt. Ein entsprechender Vertrag zwischen den beiden Parteien sei notariell beurkundet worden. Auf dem Grundstück sollen die Teilnehmer der WM ins Ziel rasen.

«Es ist wichtig, dass sich die Parteien geeinigt haben. Jetzt können wir uns wieder ganz auf den Sport und die Veranstaltung konzentrieren», stellte Peter Fischer, Geschäftsführer des Organisationskomitees, erleichtert fest, «und auch die Medien und alle anderen können sich jetzt auf das konzentrieren, was wir wollen, nämlich Festspiele im Schnee».

Die Gemeindeverwaltung Garmisch-Partenkirchen wollte das Land notfalls enteignen, wenn es zu keiner Einigung gekommen wäre. Die Kommune muss das Areal jetzt möglichst schnell präparieren: Die Ski-WM beginnt bereits am 7. Februar. Schon einen Tag später ist der Super-G der Frauen auf der Kandahar geplant. Das Ziel mit notwendigen Betonfundamenten soll nun nicht auf dem etwa 20 x 40 Meter großen Areal des Grundstückbesitzers, sondern fünf Meter weiter talwärts aufgebaut werden.

Auch weitere Weltmeisterschaften, Breitensport und Weltcups sollen nun möglich sein. In einem Brief des Anwalts an das Landratsamt, das für das Enteignungsverfahren zuständig war, heißt es, dass der Grundeigentümer bereit sei, das Grundstück für 23 Jahre jeweils zwischen dem 1. November und dem 30. April als Skipiste zur Verfügung zu stellen - ein volles halbes Jahr. Ausdrücklich ausgenommen von der Einigung sind laut Anwalt Seitz aber die Olympischen Spiele 2018, für die sich Garmisch-Partenkirchen gemeinsam mit München bewirbt.

Mit Blick auf Olympia 2018 sei es «nicht nur zumutbar, sondern eine Selbstverständlichkeit, dass die deutsche Bewerberseite sich in den verbleibenden sieben Jahren um eine Regelung bemüht», heißt es in dem Brief. Wegen der Winterspiele haben auch etliche andere Grundstückseigentümer angekündigt, ihre Flächen nicht hergeben zu wollen. München und Garmisch-Partenkirchen wollen am 11. Januar die offiziellen Bewerbungsunterlagen («Bid Book») einreichen. Die Entscheidung fällt das Internationale Olympische Komitee am 6. Juli im südafrikanischen Durban.

Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen begrüßte die gütliche Einigung zwischen Grundbesitzer und Gemeinde. Im Rahmen eines Enteignungsverfahrens hatte die Kreisbehörde nach eigenen Angaben solch eine Vereinbarung angeregt. Damit wollte das Landratsamt angesichts der «äußerst schwierigen Rechtslage sowie der damit verbundenen Risiken» eine weitere Konfrontation umgehen.

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