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Österreichs Traumpaar: Marlies Schild und Benjamin Raich. Foto: Hans Klaus Techt

Österreichs Traumpaar: Marlies Schild und Benjamin Raich. Foto: Hans Klaus Techt

dpa

Österreichs Traumpaar: Marlies Schild und Benjamin Raich. Foto: Hans Klaus Techt

Zagreb (dpa) - Sie sind das Vorzeigepaar im Alpin-Weltcup: Marlies Schild und Benjamin Raich begeistern seit 2004 gemeinsam Österreichs Skifans. Doch schon länger hinkt der Olympiasieger der Slalomqueen hinterher. Sie kann ihn sogar überflügeln - was Schild gar nicht schmeckt.

Im hektischen Trainingsalltag bleibt Raich häufig nicht mal die Zeit, seiner Freundin beim Siegen zuzusehen. Am Radio verfolgte Österreichs Top-Skirennfahrer auf dem Weg zur Reiteralm den jüngsten Slalom-Coup von seiner Marlies in Zagreb - und stürmte sofort nach Ankunft an den Fernsehschirm.

«Der Lauf von der Marlies war sehr, sehr spannend», erzählte Raich in der Lobby des Fünf-Sterne-Teamhotels in der kroatischen Hauptstadt, «fünf Minuten später habe ich mir die Bilder angeschaut. Ich bin ein Rennfahrer, da will ich natürlich sehen, wie es war.»

Der 33-Jährige kämpft sich nach einem Kreuzbandriss mühevoll an die Weltspitze heran und darf sich dabei zumindest über viele Erfolge seiner Lebensgefährtin freuen. Nach der Fahrt zum WM-Gold im Slalom vergangenen Februar in Garmisch-Partenkirchen liefen bei Raich im Krankenhaus ein paar Freudentränen.

Und auch diese Saison kann der dreimalige Weltmeister über Schilds Siegesserie bei fünf Torläufen nacheinander nur staunen. «Das ist sensationell, das freut mich unheimlich. Ich habe die ganzen Rehageschichten mitbekommen, wo sie sehr weit weg war vom Rennfahren. Das ist für mich immer wieder vorbildhaft», sagte Raich über seine Freundin, die wegen eines schweren Beinbruchs in der Saison 2008/09 kein Rennen bestritten hatte.

Inzwischen ist die 30-Jährige so stark zurück, dass sie sich sogar anschickt, den Allrounder in der Weltcupbilanz zu überflügeln. Nach dem Torlauf am Dienstag fehlte Schild mit 34 Erfolgen nur noch ein Sieg zum Gleichstand. «Ich hoffe, dass er im neuen Jahr ein paar Siege haben wird, damit es für mich schwerer wird, ihn zu schlagen», hatte sie bereits zuvor gemeint. Wohlwissend, dass die Wachablösung im «Liebes-Duell» (sport10.at) des Paares, das im Sommer 2010 ein Haus in Raichs Pitztaler Heimat bezogen hat, in Österreich für große Aufmerksamkeit sorgen würde. Bereits nach der vergangenen Saison rechneten die Medien vor, dass Schild beim Preisgeld ihren Freund «um Längen distanziert» (heute.at) habe.

Es gebe in einer Beziehung, die die beiden seit gut sieben Jahren führen, «natürlich keinen Konkurrenzkampf», meinte Raich. Und auch die Frage eines Journalisten, ob eine so erfolgreiche Frau für einen Mann «ein bisserl belastend» sei, konterte er mit einem Lächeln und der Gelassenheit eines Doppel-Olympiasiegers. «Nein, im Gegenteil. Ich bin sehr stolz auf die Marlies. Wenn sie weiter gewinnt und ich weiter nicht gewinne, dann wird sie mich bald überholen. Aber das wollen wir natürlich beide nicht. Am liebsten gewinnen wir beide.»

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