Zuschauer jubeln 2008 im Ziel der Weltcup-Slalomstrecke von Garmisch-Partenkirchen.
Zuschauer jubeln 2008 im Ziel der Weltcup-Slalomstrecke von Garmisch-Partenkirchen.

Zuschauer jubeln 2008 im Ziel der Weltcup-Slalomstrecke von Garmisch-Partenkirchen.

dpa

Zuschauer jubeln 2008 im Ziel der Weltcup-Slalomstrecke von Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Sie wollen es der Welt zeigen, wollen beweisen, dass sie nicht nur WM, sondern auch Olympia können. Die am 8. Februar beginnenden 41. alpinen Ski-Weltmeisterschaften sollen eine Visitenkarte des Wintersportortes Garmisch-Partenkirchen werden.

Schließlich liegt das Bewerbungsbuch für die Olympischen Winterspiele 2018 längst beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne. Am 6. Juli entscheidet sich, ob München und sein alpines Umland die Spiele bekommen. 125 000 Besucher werden zu den elf Wettbewerben samt Eröffnungsfeier erwartet. «Pro Disziplin sind 11 000 Zuschauer zugelassen», erläutert Beatrice Hutter vom Organisationskomitee der WM. Ein Stehplatz kostet 24 Euro, ein Tribünenplatz um die 40 Euro. Wie viele der Zuschauer in Garmisch-Partenkirchen oder einer der umliegenden Gemeinden übernachten, weiß niemand genau. Carina Zielinski vom Tourismusbüro des Wintersportortes weiß aber eines: «Wir sind nicht ausgebucht.»

Wer bei seinen Preisvorstellungen flexibel ist, bekomme ohne weiteres noch ein Zimmer. «Nur bei den Vier-Sterne-Häusern ist es eng», erläutert die Sprecherin von Garmisch-Partenkirchen Tourismus. «Da wohnen viele Offizielle.» Profitieren von dem sportlichen Großereignis werde auch das Umland. Zielinski rechnet damit, dass im Umkreis bis zu 30 Kilometern Besucher der Ski-WM wohnen werden.

Dies trifft auch auf die fast 8000 akkreditierten Aktiven, Betreuer oder Funktionäre zu. Allein rund 2000 Medienvertreter sind angemeldet. Sie haben während der beiden Wochen längst nicht alle in Garmisch-Partenkirchen selbst Quartier gefunden. Viele von ihnen wohnen in Oberammergau oder Murnau a. Staffelsee.

Wie viel Geld die Zuschauer der Wettkämpfe in und um Garmisch-Partenkirchen voraussichtlich lassen, ist weder beim Organisationskomitee noch im Tourismusbüro auch nur ansatzweise zu erfahren. Die Geschäftsleute und Gastronomen hoffen aber fest darauf, dass vielen Besuchern der Geldbeutel locker in der Tasche sitzt und die Kassen klingeln.

Ausgeblendet werden soll während der Ski-WM der Widerstand gegen die Olympiabewerbung. Die Veranstalter wollen in diesen Tagen nichts wissen vom Grundstücksstreit am Auslauf der Kandahar-Abfahrt und vom immer noch im Raum stehenden Bürgerbegehren gegen die Spiele 2018. «Kein Kommentar», sagt Axel Doering vom Bund Naturschutz in Bayern (BN) zum Stand der Vorbereitungen des Bürgervotums. Es sei durchaus noch ein Thema, die Probleme mit einer zulässigen Fragestellung seien denn auch weitgehend gelöst.

Von plakativen Protestaktionen gegen Olympia während der Ski-WM hält der Kreisvorsitzende des BN indessen nichts. «Es macht keinen Sinn, wenn in Garmisch-Partenkirchen Glamour verbreitet wird und wir Protestplakate in die Höhe halten», meint Doering, der auch in der Initiative «NOlympia» aktiv ist. «Das kommt nur miesepetrig rüber.»

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