Aufholjagd
Felix Neureuther fuhr im Riesenslalom vom 28. Platz auf Rang 20 vor.

Felix Neureuther fuhr im Riesenslalom vom 28. Platz auf Rang 20 vor.

dpa

Felix Neureuther fuhr im Riesenslalom vom 28. Platz auf Rang 20 vor.

Adelboden (dpa) - Die Schreie seines Physiotherapeuten gaben Felix Neureuther noch einmal die nötige Extra-Portion Feuer. Nach einem verhaltenen ersten Lauf im Weltcup-Riesenslalom von Adelboden ließ sich der Skirennfahrer aus Partenkirchen am Start «richtig pushen» und kam mit zweitbester Zeit noch von Rang 28 auf 20 nach vorne. «Das versöhnt mich schon sehr. Es ist das erste Mal, dass ich in Adelboden im Riesenslalom in die Punkte gefahren bin», sagte Neureuther am Samstag. Aksel Lund Svindal aus Norwegen und der Franzose Cyprien Richard teilten sich zeitgleich den Sieg. Der Amerikaner Ted Ligety blickte hingegen traurig der verpassten Chance hinterher, sich vor 30 000 Zuschauern am Chuenisbärgli neben die ganz Großen in die Rekordbücher zu schreiben. Als Führender des ersten Laufs patzte der 26-Jährige schwer und verpasste auf Rang 28 den vierten Riesentorlaufsieg in Serie. Diese Bilanz hatten zuvor nur vier Athleten erreicht, darunter der Schwede Ingemar Stenmark und Alberto Tomba aus Italien. Svindal nutzte das nicht nur zum Sieg, sondern auch zum Sprung an die Gesamtweltcup-Spitze. Während Ligety nur am Morgen seine fahrerische Dominanz unter Beweis stellen konnte, zeigte Neureuther im ersten Lauf «zu viel Respekt vor der Piste». Wie bereits vor Weihnachten in Alta Badia, als er von 29 auf 16 fuhr, gelang ihm angefeuert von seinen Betreuern trotz mehrerer kleiner Patzer erst im zweiten Durchgang ein befreites Rennen. «Da habe ich mich wirklich getraut und Gas gegeben», sagte der zweimalige Weltcup-Gewinner, der im vierten Riesenslalom des WM- Winters zum vierten Mal in die Punkte kam. Bei milden acht Grad blieb Neureuther im zweiten Lauf nur knapp hinter der Zeit des Siegers Richard, der gleich 20 Plätze gutmachte. «Vom Engagement, vom Willen - so muss man Riesenslalom fahren», lobte Herrencheftrainer Karlheinz Waibel. «Aber ein Lauf verhindert immer ein richtig gutes Ergebnis, daran müssen wir arbeiten.» Bei seinem Weltcup-Debüt wurde Stefan Luitz 56., Teamkollege Dopfer muss nach seinem 37. Platz weiter auf den zweiten Teil der Qualifikation für die Titelkämpfe in Garmisch-Partenkirchen im Februar warten. «Ich habe zu verhalten angefangen. Bei den Bedingungen war es brutal schwierig, unter die ersten 30 zu fahren, aber am Ende kann ich nicht zufrieden sein», sagte der 23-Jährige, der es am Sonntag im Slalom (10.30 und 13.30 Uhr/ZDF und Eurosport) besser machen will. Dann strebt auch Felix Neureuther ein ähnlich gutes Resultat wie seinen vierten Platz beim Parallel-Slalom in München vor gut einer Woche an: «Ich freue mich sehr darauf. Wenn ich normal Ski fahre, ist alles möglich.»

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