Trost
Susanne Riesch wird in Flachau nach ihrem Ausscheiden von einem Betreuer getröstet.

Susanne Riesch wird in Flachau nach ihrem Ausscheiden von einem Betreuer getröstet.

dpa

Susanne Riesch wird in Flachau nach ihrem Ausscheiden von einem Betreuer getröstet.

Flachau (dpa) - Maria Riesch war vor einem Jahr beim Flutlicht-Slalom in Flachau bei ihrem Angriff auf die Bestzeit von Marlies Schild schon gescheitert, aber einen Trumpf hatte der Deutsche Skiverband noch im Ärmel:

Susanne Riesch, Schnellste des ersten Durchgangs, stand noch oben am Start - doch aus dem erträumten ersten Weltcup-Sieg wurde nichts. Die Skirennfahrerin aus Partenkirchen schied, wie leider schon häufig, aus. Am Dienstag steht die Neuauflage des Flutlichtrennens an.

Das Aus von damals war einer der vielen Nackenschläge, die die leidgeprüfte Sportlerin schon wegstecken musste. Auch die vergangenen Wochen waren nicht einfach für die 23-Jährige. «Es ist alles ein bisschen zäh und geht nicht so leicht von der Hand wie letztes Jahr. Dann ist man ein bisschen verunsichert», sagte die zweimalige Weltcup-Podestfahrerin, die in der Vorsaison an Konstanz gewonnen hatte. Zuletzt erwischte sie es in Zagreb. Als Sechste des ersten Durchgangs schied sie aus. Zuvor war sie schon in Semmering von Platz 4 auf 15 zurückgefallen.

Dabei hatte der Winter für Susanne Riesch erfreulich begonnen. Gleich im ersten Rennen fuhr sie von Rang zehn nach dem ersten Durchgang auf Platz vier vor und erfüllte auf Anhieb die WM-Norm. Anders als dort in Levi machten ihr zuletzt die Vorstellungen in den zweiten Durchgängen zu schaffen. «Ich bin eigentlich gut drauf und zeige es in den ersten Läufen, aber ich bring es dann im zweiten nicht runter», schilderte Susanne Riesch. Ihr zu helfen ist nicht leicht. «Wir können ihr bloß Rückhalt geben für die nächsten Rennen», sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier.

Auch für Maria Riesch, die vor einem Jahr Olympiasiegerin wurde während ihre Schwester tränenreich eine Medaille vor Augen ausschied, ist die Situation nicht leicht. Denn für sie selbst läuft es so gut, bei der jüngeren Schwester dagegen nicht.

«Ich versuche zu helfen so gut ich kann, aber im Endeffekt muss sie es selber schaffen, sich da rauszuziehen», sagte die Weltmeisterin, die das Problem so umschreibt. «Wenn es ein, zwei Mal nicht so funktioniert, dann geht es gleich schwieriger. Und wenn es dann noch mal nicht funktioniert, dann hat man schon 'ne Krise.» Oder umgekehrt. Denn als Maria Riesch vier Slalom-Siege in Serie einfuhr, «war alles ganz easy», wie sie am Weltcup-Wochenende in Altenmarkt- Zauchensee sagte.

Erfolgserlebnisse dieser Art würden die Verantwortlichen auch der jüngeren Riesch-Schwester wünschen. «Das ganze Team steht sicher emotional sehr hinter ihr. Man würde Susi gönnen, dass sie das runter bringt, was sie kann», sagte Maier. «Sie ist eine extrem gute Skifahrerin, die sicher vom Potenzial Slalom fährt wie neben Maria keine andere in Deutschland. Leider stimmen die Ergebnisse nicht.» Einmal Platz vier, dazu die Ränge zwölf und 15 sowie zwei Ausscheider lautet die magere Slalom-Beute im Winter mit der WM als Höhepunkt - eine Medaille dort würde sie nach vielen Enttäuschungen reichlich belohnen.

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