Der verletzte Hans Grugger wird mit einem Helikopter zum Krankenhaus geflogen.
Der verletzte Hans Grugger wird mit einem Helikopter zum Krankenhaus geflogen.

Der verletzte Hans Grugger wird mit einem Helikopter zum Krankenhaus geflogen.

dpa

Der verletzte Hans Grugger wird mit einem Helikopter zum Krankenhaus geflogen.

Wien (dpa) - Nach dem schweren Unfall des Skirennfahrers Hans Grugger haben österreichische Zeitungen den Drang zu immer spektakuläreren Abfahrten kritisiert.

«Unfälle gehören zum Leistungssport, zum Autofahren, zum Leben. Aber was die Streif zuletzt lieferte, ist zu viel, sogar fürs Geschäft», schrieb die Tageszeitung «Der Standard» in Wien. «In den vergangenen vier Jahren gab es drei folgenschwere Unfälle. Jener von Hans Grugger wird, wenn nichts passiert, nicht der letzte gewesen sein.»

Das Blatt räumte allerdings ein: «Gestandene Abfahrer freilich haben sich auch schon beschwert, wenn die Strecken zu leicht sind, die Sprünge zu kurz ausfallen. Spektakuläre TV-Bilder erhöhen die Einschaltquoten.»

Auch die «Salzburger Nachrichten» wägten ab: «Natürlich ist der Profisport eine Art neuzeitliche Nachfolge der Gladiatorenkämpfe, befeuert von Sponsoren und Medien, die in Wechselwirkung davon leben», kommentierte die Zeitung am Freitag: Und natürlich kokettiere jeder Rennsport mit einem gewissen Nervenkitzel. Doch der Drang nach immer schneller, höher, weiter werde pervertiert. «Die Show wird weitergehen, ob das richtig oder falsch sein mag. Und sie wird weiter ihre Protagonisten gefährden. So wie Grugger.»

Das Massenblatt «Kurier» befand: «Dass Tragödien zum Hahnenkamm- Alltag gehören wie Partys, ist längst bedenkliche Realität. Dass Weltklasse-Piloten wie Mario Scheiber gestehen, bei ihnen wäre die Angst mitgefahren - mit so viel Ehrlichkeit wurden Mikrofonträger an der Streif hingegen noch selten konfrontiert.»

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