Ski alpin: Weltcup
Der Deutsche Thomas Dreßen jubelt hinter der Ziellinie.

Der Deutsche Thomas Dreßen jubelt hinter der Ziellinie.

Der Deutsche Thomas Dreßen feiert auf dem Podium seinen ersten Platz.

Giovanni Auletta, Bild 1 von 2

Der Deutsche Thomas Dreßen jubelt hinter der Ziellinie.

Kitzbühel. „Das ist ein Wunder, ein historischer Moment", brüllte der Stadionsprecher den über 45.000 Zuschauern im Zielraum der 78. Hahnenkamm-Abfahrt im österreichischen Kitzbühel entgegen. Sensationell triumphierte der 24-jährige Thomas Dreßen aus Garmisch-Partenkirchen am Samstag beim berühmtesten Skirennen der Welt. 39 Jahre nach Sepp Ferstl gewann erstmals wieder ein Deutscher auf der legendären "Streif"-Piste.

Dreßen konnte es selber nicht fassen. Als man ihm nach der Zieldurchfahrt sagte, dass er Erster sei, "habe ich gedacht, die Kitzbüheler wollen mich verarschen." Mit Startnummer 19 war Dreßen ins Rennen auf der eisglatten und ruppigen Piste mit den brutalen Sprüngen gegangen, Am Ende stoppte die Uhr bei 1.56.15 min., und der Garmischer riss Beat Feuz aus der Schweiz den schon sicher geglaubten Sieg mit zwei Zehntel Sekunden Vorsprung noch aus den Händen. Dritter wurde der 37-jährige Lokalmatador Hannes Reichelt mit 41 Hundertstel Rückstand. Abgerundet wurden die deutschen Festspiele durch einen hervorragenden sechsten Platz von Andreas Sander aus Ennepetal. Sepp Ferstls Sohn Josef wurde 17., der vierte Deutsche, Manuel Schmid, kam auf Rang 33.

Tagelang hatten Wetterkapriolen für besorgte Mienen gesorgt

Als das Rennen pünktlich um 11.30 Uhr startete, da konnten zunächst die Organisatoren aufatmen. Tagelang hatten Wetterkapriolen mit reichlich Neuschnee, Regen, Sturm und Nebel für besorgte Mienen gesorgt. 200 ehrenamtliche Helfer hatten sich mehrere Nächte um die Ohren geschlagen, um die Piste zu präparieren und in einen rennwürdigen Zustand zu versetzen. Am Ende passte alles.

Vor allem für Thomas Dreßen. Als er aus dem Starthaus schoss, riss die Wolkendecke auf, und der Himmel war strahlend blau. Mit einem Augenzwinkern meinte der Drittplatzierte Hannes Reichelt denn auch, Dreßen habe "die Sonne schamlos ausgenutzt." Das nahm der 24-jährige Deutsche natürlich mit einem nicht enden wollenden Grinsen gerne hin. Schließlich war dieser Tag für ihn "einfach ein Traum, Wahnsinn! Aber das dauert noch einige Zeit, bis ich das wirklich glauben kann."

 

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