Andreas Sander raste auf der berühmten Streif auf den 13. Rang. Foto: Alessandro Trovati
Andreas Sander raste auf der berühmten Streif auf den 13. Rang. Foto: Alessandro Trovati

Andreas Sander raste auf der berühmten Streif auf den 13. Rang. Foto: Alessandro Trovati

Der voll besetzte Zuschauerraum am Fuße der Streif in Kitzbühel. Foto: Felix Hörhager

dpa, Bild 1 von 2

Andreas Sander raste auf der berühmten Streif auf den 13. Rang. Foto: Alessandro Trovati

Kitzbühel (dpa) - Selbst auf der Streif in Kitzbühel reicht den ambitionierten deutschen Speedfahrern ein Platz in den Top 15 nicht mehr.

«Eigentlich müsste ich zufrieden sein, wenn man die Platzierung anschaut», sagte Andreas Sander nach seiner Fahrt auf Rang 13. «Das bin ich aber nicht, denn es war mehr drin.»

1,34 Sekunden fehlten ihm auf Dominik Paris, der nach 2013 zum zweiten Mal die schwerste Weltcup-Abfahrt der Welt gewann. «Das ist ein bisschen anders, ein paar mehr Emotionen», sagte der Südtiroler, der zudem 2015 den Super-G für sich entschieden hatte.

Die beiden überraschend starken Franzosen Valentin Giraud Moine (+0,21 Sekunden) und Johan Clarey (+0,33) wurden Zweiter und Dritter in einem Rennen, das erstmals seit vier Jahren wieder alle wichtigen Passagen der 3,3 Kilometer beinhaltete und bei traumhaftem Wetter weitgehend ohne Stürze über die Bühne ging. Auch der bis dahin sehr schnelle Beat Feuz aus der Schweiz fuhr nach dem heftig aussehenden Ende seiner Fahrt im Fangzaun eigenständig die letzten Meter von der Traverse ins Ziel.

Sander ließ nach eigener Einschätzung - beobachtet von vielen Promis wie Arnold Schwarzenegger, Bernie Ecclestone und Niki Lauda - gleich in mehreren Streckenteilen Zeit liegen. Dennoch mache der erste Rang in den Punkten in einer Abfahrt in diesem Winter Mut für die anstehenden zwei Schussfahrten in Garmisch und die folgende WM im Februar. «Es war schon okay, was er gezeigt hat», sagte Alpindirektor Wolfgang Maier der Deutschen Presse-Agentur. «Da sind noch ganz andere hinter dem Andi gelandet, die sonst vor ihm sind.»

Der Norweger Kjetil Jansrud etwa, der vier der vorausgegangenen sechs Speedrennen der Saison gewonnen hatte, landete auf Rang 36 sogar noch hinter dem zweitbesten Deutschen, Josef Ferstl. Für den Bayer blieb einen Tag nach dem guten achten Platz im Super-G nur Position 34 in der Abfahrts-Wertung. «Das ist echt richtig schade», meinte der Bayer, dessen Vater die Hahnenkamm-Abfahrt 1978 und 1979 als bislang einziger Deutscher gewann. Doch ein früher Fahrfehler machte alle Chancen auf ein Spitzenergebnis zunichte.

Thomas Dreßen schied an der Ausfahrt Steilhang aus, blieb bei seinem Sturz in den Fangzaun aber unverletzt. Auch Dominik Schwaiger brachte sein Rennen nicht ins Ziel. Der Riesenslalom-Spezialist war in der zweiten Weltcup-Abfahrt seiner Karriere bis zur Hausbergkante allerdings hervorragend unterwegs und auf Kurs einer Platzierung in den Punkten.

Nach den zuletzt starken Eindrücken in Gröden und Santa Caterina war das Wochenende in Kitzbühel keineswegs eine Enttäuschung, wie Maier vor der anstehenden Doppelabfahrt in Garmisch-Partenkirchen am Freitag und Samstag betonte: «Es ist nicht so, dass uns das depressiv stimmt. Alles unter 10 und 15 ist für uns noch eine gute Leistung. Es geht nicht immer nur vorwärts.» Paris habe zuletzt auch einen Durchhänger gehabt und stehe nun in Kitzbühel ganz oben.

Auch Sander ordnete das Resultat bei aller Unzufriedenheit vernünftig ein. «Es war so spannend wie nie. An die, die vorne sind: Respekt und Gratulation. Da sind wir leider noch ein Stück weg», sagte der 27-Jährige. Zufrieden geben wollen sich er und seine Teamkollegen damit allerdings nicht.

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