Verunglückt
Stephan Keppler bei einer vorigen Abfahrt in Gröden.

Stephan Keppler bei einer vorigen Abfahrt in Gröden.

dpa

Stephan Keppler bei einer vorigen Abfahrt in Gröden.

Wengen (dpa) - Renn-Abbruch bei den Damen, schwerer Sturz von Stephan Keppler - aber der deutsche Skirennfahrer durfte zumindest nach der ersten Diagnose aufatmen. Der Zweite vom Super-G in Gröden war am Samstag bei der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen mit etwa 70 km/h in die Pistenbegrenzung geknallt.

Nach einer ersten Untersuchung ist der Start bei der WM in drei Wochen jedoch nicht in Gefahr. Keppler erlitt Schürfwunden im Gesicht sowie eine Innenbandzerrung im Knie. Dazu verlor der 27-Jährige beim Aufprall einen Zahn. «Es ist noch relativ glimpflich ausgegangen», sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Der Sieg ging an den Österreicher Klaus Kröll. In Maribor wurde die führende Viktoria Rebensburg beim Riesenslalom vom Renn-Abbruch gestoppt.

Ein wenig wirkte es so, als hätte die vorne liegende Olympiasiegerin Rebensburg schon vorher etwas geahnt. «Es ist extrem warm für ein Skirennen», sagte die Skirennfahrerin, die Erste vor Tina Maze (Slowenien) und der ebenfalls stark gefahrenen Maria Riesch war. «Man muss sich einfach runterkämpfen, aber gut anfühlen tut sich das nicht», sagte die Doppel-Olympiasiegerin. Temperaturen im zweistelligen Bereich ließen am Samstag in Slowenien die chemisch verstärkte Piste, ein weißes Schneeband zwischen jeder Menge Grün, nicht durchhalten. «Es ist immer bitter, wenn ein Rennen abgebrochen wird, wenn man eine gute Ausgangssituation hat», sagte Rebensburg.

Wann und ob der nach 25 Starterinnen beendete Riesenslalom nachgeholt wird, war unklar. Einig waren sich aber alle, dass das bei den Bedingungen nicht mehr faire Rennen Gefahren für die Gesundheit der Sportler barg. «Die Absage war die beste Entscheidung, die man treffen konnte, das hat mit Skifahren ja nichts mehr zu tun», sagte Hölzl, die auf dem siebten Rang lag.

Um die Gesundheit ihres besten Speedfahrer bei den Herren mussten die Verantwortlichen des Deutschen Skiverbandes bangen. Nach dem Sturz wurde Keppler mit einem Akia abtransportiert. Direkt vom Rettungsschlitten kam Keppler per Helikopter ins Krankenhaus nach Interlaken. Nach mehr als einer Minute Fahrtzeit auf der insgesamt 4,4 Kilometer langen Piste in Wengen war Keppler zu schnell in das Kernen-S geschossen und nach außen gegen die Matten geschleudert. Bereits auf der Piste war Deutschlands bester Speedfahrer wieder ansprechbar und redete im Sitzen mit seinen Helfern. Das Rennen war für rund 20 Minuten unterbrochen.

Vor der Pause hatte Kröll bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die beste Leistung aller Toppiloten abgeliefert. «Es war eine wirklich geile Fahrt. Es ist sehr leicht gegangen, ich war mir gar nicht sicher, ob das wirklich schnell ist», sagte der 30-Jährige. Dem von den Gastgeber-Fans frenetisch angefeuerte Lokalmatador Didier Cuche, der sich vor seinem Start an der Strecke einen Happen Käsefondue gegönnt hatte, blieb mit 14/100 Sekunden Rückstand zum dritten Mal nur der zweite Platz. Dritter wurde sein Landsmann Carlo Janka.

Während der im Gesamtweltcup führende Ivica Kostelic (Kroatien) am Samstag mit Rang zwölf noch ein paar Pünktchen für das Klassement sammelte, musste Lindsey Vonn (USA) die vorne liegende Maria Riesch nicht noch weiter davonziehen lassen. Vonn war beim Renn-Abbruch Zwölfte, Riesch Dritte - und führt vor dem an diesem Sonntag geplanten Slalom mit 196 Zählern.

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