Sieger
Der Schweizer Silvan Zurbriggen schnappte sich den Weltcupsieg.

Der Schweizer Silvan Zurbriggen schnappte sich den Weltcupsieg.

Der Sieger Zurbriggen küsst zum Dank seinen Ski.

Auch ein kleiner Wackler brachte Stephan Keppler nicht aus dem Rhythmus.

Didier Cuche freut sich über seine Zeit.

Das Podium: Romed Baumann (l-r), Silvan Zurbriggen und Didier Cuche.

Stephan Keppler jubelt über seinen zehnten Platz.

dpa, Bild 1 von 6

Der Schweizer Silvan Zurbriggen schnappte sich den Weltcupsieg.

Gröden (dpa) - Jubel nach jeder Zieldurchfahrt, kollektives Abklatschen beim Umziehen: Einen Tag nach dem Überraschungs-Coup von Stephan Keppler haben die deutschen Abfahrer erneut für Feierstimmung im deutschen Skilager gesorgt.

Auf seinen zweiten Platz im Super-G ließ der 27-Jährige im italienischen Gröden einen zehnten Rang folgen. Der 19. Tobias Stechert und Andreas Sander als 28. komplettierten beim Sieg des Schweizer Silvan Zurbriggen mit Karrierebestmarken das starke Ergebnis. «Es läuft», kommentierte Keppler die Leistung und das zweitbeste Abfahrts-Ergebnis der Weltcup-Karriere, «das gestern war wie Rückenwind.» Den hofft auch Felix Neureuther beim Riesenslalom in Alta Badia zu spüren.

Mit einer Runde Sekt hatte das deutsche Team beim Abendessen auf den ersten Speed-Podestplatz seit dem Abfahrtssieg von Max Rauffer vor sechs Jahren angestoßen. Dass es für Keppler nach der Siegerehrung auf dem verschneiten Antoniusplatz in St. Ulrich erst ungewohnt spät um neun Uhr zurück ins Hotelzimmer ging, war dem Ebinger besonders im oberen Streckenabschnitt kaum anzumerken. «An den Stress könnte ich mich gewöhnen», sagte Keppler, der mit der hohen Startnummer 53 auf der Saslong eine knappe Sekunde Rückstand auf Zurbriggen hatte.

In ungewohnter Weltcup-Umgebung konnte auch Junioren-Weltmeister Sander, der im Abschlusstraining als Dritter hatte aufhorchen lassen, überzeugen und sicherte sich bei seinem dritten Rennen die ersten Punkte. «Unter die Top 30 war das Ziel. Insofern bin ich zufrieden, obwohl die Fahrt nicht gut gelungen war», sagte der Ennepetaler mit blauen Lippen im minus 15 Grad kalten Zielkessel.

Für Stechert war der erste Abfahrtslauf nach seinem Kreuzbandriss vor einem Jahr in den italienischen Dolomiten «brutal wichtig». «Ich bin sehr glücklich. 100 Prozent der Starter in den Top 30 - das ist Wahnsinn.» In der kommende Woche werden die deutschen Herren zum gemeinsamen Training mit den Österreichern nach Hinterstoder fahren.

Wie Stechert bemühte auch Zurbriggen nach seinem zweiten Weltcuperfolg Superlative. «Ich bin der glücklichste Mensch überhaupt», sagte der Walliser, «das ist ein Wahnsinnssieg und ein wunderschöner Tag für mich.» Vor drei Jahren war der heute 29-Jährige ebenfalls in Gröden beim Sprung über die Kamelbuckel schwer gestürzt und hatte sich im linken Knie beide Kreuzbänder gerissen.

Am Vortag musste der neue Weltcup-Gesamtführende kurz nach dem Rennstart wegschauen, als der Franzose David Poisson ebenfalls an der gefährlichen Sprungpassage ausgehoben wurde, sich um 180 Grad drehte und auf den Rücken krachte. Poisson verletzte sich zum Glück offenbar nicht schwer. «Ich war etwas nervös am Start, als ich das gesehen habe», bekannte Super-G-Weltmeister Didier Cuche aus der Schweiz, der hinter dem Österreicher Romed Baumann Dritter wurde.

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