Nach ihrer Krankheitspause will sich Maria Höfl-Riesch in Cortina d'Ampezzo durchbeißen. Foto: George Frey
Nach ihrer Krankheitspause will sich Maria Höfl-Riesch in Cortina d'Ampezzo durchbeißen. Foto: George Frey

Nach ihrer Krankheitspause will sich Maria Höfl-Riesch in Cortina d'Ampezzo durchbeißen. Foto: George Frey

dpa

Nach ihrer Krankheitspause will sich Maria Höfl-Riesch in Cortina d'Ampezzo durchbeißen. Foto: George Frey

Cortina d'Ampezzo (dpa) - Nach der ersten Krankheitspause seit Jahren musste Maria Höfl-Riesch in Cortina d'Ampezzo bei ihrer Weltcup-Rückkehr unwillkürlich an eine dunkle Stunde ihrer Karriere denken.

«Als ich zur Besichtigung hochgefahren bin und auf den Riesentafeln mit Temperatur, Uhrzeit und Datum der 12.1. stand, da hat es mich kurz geschockt», schilderte die 27-Jährige. Sieben Jahre waren da auf den Tag genau seit dem ersten von zwei Kreuzbandrissen des deutschen Alpin-Asses vergangen, «aber da kann ja Cortina nichts für, deswegen mag ich die Strecke trotzdem sehr gern», sagte die Gesamtweltcupsiegerin über ein «gutes Pflaster», wo dieses Wochenende eine Abfahrt und ein Super-G anstehen.

Hadern und Jammern gehört nicht zum Programm der Olympiasiegerin, für die der Winter nicht nach Wunsch läuft. Schon im Trainingslager hatte sie vor der Saison mit Blessur und Bedingungen zu kämpfen, in der Saison gab es deutlich weniger Spitzenplätze, dazu kamen gesundheitliche Probleme. Vor einem Jahr hatte sie zum selben Zeitpunkt neun Podestplätze, darunter drei Siege auf dem Konto stehen. Jetzt sind es nur zwei Stockerlränge. Dass sie ihren Titelgewinn im von der Amerikanerin Lindsey Vonn derzeit dominierten Gesamtweltcup wiederholen kann, glaubt niemand mehr.

«Ich sehe es so dramatisch nicht, wobei man sagen muss letztes Jahr lief es perfekt», sagt die 20-malige Weltcup-Gewinnerin zu ihrer Saisonausbeute, die sie bis auf ein «paar Ausrutscher ganz okay» findet. Aber nach den Erfolgen der vergangenen Jahre erwarten alle mehr als «ganz okay» von ihr. Gemessen an den nackten Zahlen sei das ein «deutlicher Rückschritt», meinte Alpin-Direktor Wolfgang Maier.

Man müsse es analysieren und schauen, was man besser machen könne, sagte Höfl-Riesch. Ein Grund scheint in dem gefunden, was mit schon mit «Abhaken und zunehmen» (Süddeutsche Zeitung) und «Ohne Masse weniger Klasse» (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) überschrieben wurde: Das im Vergleich zu Vorjahren deutlich geringere Gewicht. Offiziell war von sieben Kilogramm die Rede. Das fehlt nicht nur für Beschleunigung, sondern auch als Basis für die enormen Strapazen der Saison. Allein die Nordamerika-Reise habe sie «schon anders hergenommen als letztes Jahr», berichtete sie.

Vor der Saison hatte eine sich fit fühlende Maria Höfl-Riesch das noch mit einer Ernährungsumstellung erklärt. Monate später räumte sie ein, dass Darmprobleme mit dem enormen Gewichtsverlust von offiziell sieben Kilo mitverantwortlich waren. Sie habe nicht jammern wollen, begründete sie die Argumentation.

Mit «hochkalorischer Trinknahrung» versucht sie schon jetzt den Energiehaushalt aufzupeppen, aber vor allem nach der Saison soll die Gesundheit gepflegt werden. «Mein Immunsystem ist definitiv nicht auf der Höhe, denn sonst würde ich erstens nicht so schwer krank werden und zweitens würde ich mich schneller erholen», sagte eine auch in Cortina noch kränkelnde Höfl-Riesch. Für das Frühjahr sind neben der Körper-Kur auch zwei Wochen Skitests fest geplant. Das in der Olympiasaison gescheiterte Experiment mit Herren-Ski soll da vielleicht noch einmal neu gestartet werden.

Als sie gefragt wurde, ob man ihre Situation mit der eines Formel-1-Teams vergleichen könne, das schon den Rennwagen für die neue Saison entwickele, antwortete Höfl-Riesch: «Schon ein bisserl. Das heißt nicht, dass ich die Saison hier schon abgehakt habe, aber natürlich will man für die nächsten Jahre, wo es noch mal um viel geht, das Ganze so optimal wie möglich gestalten.»

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