Maria Höfl-Riesch quält sich derzeit mit einem «richtigen Reizhusten». Foto: Hans Klaus Techt
Maria Höfl-Riesch quält sich derzeit mit einem «richtigen Reizhusten». Foto: Hans Klaus Techt

Maria Höfl-Riesch quält sich derzeit mit einem «richtigen Reizhusten». Foto: Hans Klaus Techt

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Maria Höfl-Riesch quält sich derzeit mit einem «richtigen Reizhusten». Foto: Hans Klaus Techt

Zagreb (dpa) - Fünfter Erfolg im fünften Slalom, die meisten Podestplätze erreicht und den Siegrekord vor Augen: Für Marlies Schild gehen die Torlauf- Superlative aus. Maria Höfl-Riesch war einst ähnlich dominant, sorgte sich vor der Reise nach Österreich aber vielmehr um ihre Gesundheit.

Schild ließ sich mit Glitzerkrone und Umhang im Flutlicht von Zagreb zur Schneekönigin krönen. Höfl-Riesch war da schon eingepackt in Ski-Klamotten auf dem Weg ins warme Hotel. Geschwächt durch einen «richtigen Reizhusten» wollte sie mit schnellem Schlaf nach dem enttäuschenden Slalom-Aus die Erkältung lindern - und für das anstehende Speed-Wochenende in Österreich vorsorgen.

«Es kommt ein Arzt nach Bad Kleinkirchheim, der wird versuchen, mich ein bisschen aufzupäppeln. Ich hoffe, dass ich mich gut erhole und dann am Donnerstag beim Training wieder fit bin», sagte die Doppel-Olympiasiegerin im Zielraum der Sljeme-Piste. Am Samstag steht für sie eine Abfahrt an.

Während Höfl-Riesch angeschlagen die bislang durchwachsene Saison mit dem dritten Null-Punkte-Auftritt fortsetzte, jagt ihre österreichische Kontrahentin weiter die Alpin-Rekorde. Nach dem fünften Sieg im fünften Slalom stand Schild zum 48. Mal auf dem Podium - die meisten Torlauf-Podestplätze einer Athletin. Zwei Erfolge fehlen der Weltmeisterin in ihrer Paradedisziplin nur noch zur Bestmarke der Schweizerin Vreni Schneider (34). «Es wäre großartig, Geschichte zu schreiben. Natürlich will ich diesen Rekord brechen», bekannte die Salzburgerin, die bei brüchiger Piste 1,40 Sekunden Vorsprung auf die Zweite Tina Maze herausfuhr.

Über die Frage, wie die derzeitige Dominatorin zu stoppen ist, rätselte nicht nur die Slowenin («Sie ist einfach besser»), sondern auch Michaela Kirchgasser. Im Sessel neben Schild sitzend bekannte die drittplatzierte Teamkollegin, die mit einer am Mittwoch diagnostizierten Knochenprellung am Schienbeinkopf des rechten Knies drei Wochen ausfällt, bei der Siegerpressekonferenz im grauen Berghotel vor den Toren der kroatischen Hauptstadt: «Wir brauchen viel Glück, ein perfektes Rennen und Marlies muss einen Fehler machen.» Seit ihrem ersten großen Einzelgold bei der WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen trumpft die 30-Jährige jedoch wie befreit von der großen Siegeslast auf.

Dieses Gefühl der Unbezwingbarkeit kennt Höfl-Riesch aus eigener Erfahrung, als sie vor drei Jahren in Abwesenheit der verletzten Schild vier Slaloms in Serie gewann. «Jeder fragt damals: Wie macht sie das? Aber es geht dann halt einfach», erinnerte die Doppel-Olympiasiegerin, «da gibts keine Erklärung dafür, da passt alles zusammen. Das Selbstvertrauen stimmt, die Materialabstimmung.»

Zwei Tage vor seinem eigenen Auftritt am Bärenberg beobachtete Felix Neureuther beim Training in der Steiermark den erneuten Schild-Streich am Fernseher und zollte der Österreicherin ebenfalls Respekt: «Sie fährt unglaublich, absolut in einer eigenen Liga, da ist weit und breit gar nichts.» Bei den Herren hält der 27-Jährige eine ähnliche Dominanz allerdings für unrealistisch. ««Bei uns entscheidet letztendlich fast nur der Kopf. Wer an dem Tag den besten Kopf hat, der fährt nach vorne», sagte der 27-Jährige.

Mental stimmt es bei dem zweimaligen Weltcupsieger nach dem guten Jahresabschluss mit den Plätzen drei und vier. Vor dem Slalom- Fünferpack in den kommenden drei Wochen «zwickt» ihn nur noch ab und zu das Knie. «Es ist noch nicht absolut optimal», sagte Neureuther und kündigte an, zunächst auf den Riesenslalom verzichten zu wollen. «Ich kann schon wieder mehr trainieren, aber für zwei Disziplinen reicht es noch nicht. Der neue Felix, den hat man schon ansatzweise gesehen, aber es ist auf alle Fälle noch Luft nach oben.»

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