Felix Neureuther wurde beim Slalom in Zagreb starker Zweiter. Foto: Shinichiro Tanaka
Felix Neureuther wurde beim Slalom in Zagreb starker Zweiter. Foto: Shinichiro Tanaka

Felix Neureuther wurde beim Slalom in Zagreb starker Zweiter. Foto: Shinichiro Tanaka

dpa

Felix Neureuther wurde beim Slalom in Zagreb starker Zweiter. Foto: Shinichiro Tanaka

Zagreb (dpa) - Nach seinem erfolgreichen Kampf gegen Wind und Wetter stieß Felix Neureuther einen Schrei der Erleichterung aus und ballte zufrieden die Faust.

Dank einer famosen Aufholjagd ist der deutsche Skirennfahrer beim Slalom von Zagreb auf den zweiten Platz gerast und hat einen glänzenden Start ins neue Jahr hingelegt. Bei widrigsten Bedingungen samt Sturmböen und schlechter Sicht war nur Manfred Mölgg aus Südtirol schneller als Neureuther (+0,72 Sekunden). Dritter wurde Slalom-Star Henrik Kristoffersen aus Norwegen (+0,77).

«Das war nicht einfach, es ist sich aber Gott sei Dank ausgegangen», sagte Neureuther, der von Platz acht nach dem ersten Durchgang noch fast ganz nach vorne fuhr. Den Erfolg feierte er mit einem Selfie-Video mit Ski-Legende Alberto Tomba, das er extra für seinen Kumpel Bastian Schweinsteiger aufnahm, wie er berichtete.

Für Neureuther war sein insgesamt 42. Podestrang im Weltcup auch die Revanche für zuletzt zwei Ausfälle in den letzten beiden Slaloms vor dem Jahreswechsel in Val d'Isère und Madonna di Campiglio. «Das war keine einfache Situation für mich», gab Neureuther zu. «So schnell steckt man das nicht weg, das spielt schon auch immer eine Rolle. Mit einem Podium zurückzukommen, das macht mich besonders froh.»

Zugleich nährt Neureuthers dritter Podiumsplatz in Zagreb die Hoffnung auf weitere Erfolge bei den anstehenden Klassikern in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming sowie im Februar bei der WM in St. Moritz.

«Das war erste Sahne», lobte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier seinen Vorzeige-Athleten und betonte in Richtung Kristoffersen und den diesmal nur sechstplatzierten Marcel Hirscher aus Österreich: «Felix hat sich zurückkatapultiert in die absolute Weltspitze.» Die zwei Kontrahenten hatten Neureuther jüngst noch regelmäßig abgehängt.

Aber auf dem Bärenberg nahe der kroatischen Hauptstadt war er auch von «einem der schwierigsten Rennen» nicht zu stoppen, wie Neureuther betonte. Heftige Winde bliesen Massen an Neuschnee über die Piste und störten die Sicht extrem. «Das war wirklich nicht einfach. Mir blieb nichts übrig als zu attackieren, und das ist gelungen.»

Mölgg und Neureuther profitierten auch vom Patzer des nach dem ersten Lauf führenden Österreichers Manuel Feller, der ebenso ausschied wie der zwischenzeitliche Überraschungs-Dritte Mark Engel aus den USA. Julien Lizeroux aus Frankreich rutschte von Rang zwei auf neun ab.

Neben Neureuther schafften es aus dem deutschen Team noch Sebastian Holzmann als überraschender 19. und Linus Straßer auf Rang 21 in die Punkte. Dominik Stehle verpasste den finalen Durchgang.

Holzmann feierte seine ersten Weltcup-Punkte mit einem Tänzchen auf Skiern im Ziel. «Saugeil, dass es endlich mal geklappt hat. Ich bin sehr zufrieden», sagte der Allgäuer. Straßer dagegen quittierte sein Rennen, indem er enttäuscht mit dem Skistock auf die Piste schlug. «Linus hat beide Läufe gut eröffnet, ist die letzten 20 Sekunden aber nicht gut gefahren», erklärte Maier. «Der kommt schon noch!»

Auch der Weltcup-Gesamtführende Hirscher hat sich nach dem Dämpfer und dem verpassten 100. Weltcup-Podestplatz für Adelboden viel vorgenommen. Genauso wie ein wiedererstarkter Felix Neureuther.

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