Maria Riesch will bei der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen Medaillen gewinnen.
Maria Riesch will bei der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen Medaillen gewinnen.

Maria Riesch will bei der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen Medaillen gewinnen.

dpa

Maria Riesch will bei der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen Medaillen gewinnen.

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Seit Jahren fiebert Garmisch-Partenkirchen den Heim-Weltmeisterschaften entgegen. Zum erst zweiten Mal werden Medaillen der Alpinen in Deutschland vergeben - und nach den vergangenen Großereignissen könnten Maria Riesch & Co. wieder groß auftrumpfen.

Zwei WM-Siege in Val d'Isère, dreimal Olympia-Gold in Vancouver - und jetzt die Heim-WM. Bei den zweiten Titelkämpfen der Alpinen in Deutschland wollen die Champions Maria Riesch, Viktoria Rebensburg und Kathrin Hölzl mit dem seit Jahren wieder erfolgreichen Team das Publikum begeistern. «Wir hatten damals die Vision, zu den Top-Sportarten in Deutschland zählen zu wollen. Mit der WM vor zwei Jahren und Olympia vor einem Jahr haben wir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und mit einer Heim-WM kann man den Skirennsport noch populärer machen», sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier vor der WM vom 8. bis zum 20. Februar.

Doch nicht nur für den Alpin-Sport soll wie bei der WM 1978 am selben Ort geworben werden. Mit Blick auf die Olympia-Vergabe am 6. Juli in Südafrika steht die Marktgemeinde auch im Fokus der Münchner Bewerbung für 2018. Die Entscheidung über die Winterspiele haben Riesch & Co. aber nicht im Sinn, wenn sie in den Rennen auf Kandahar und Gudiberg um ganz besondere Medaillen kämpfen. «Eine Heim-WM ist für einen Sportler mit das Größte», sagte Riesch, die sich eine Goldmedaille wünscht.

Die Doppel-Olympiasiegerin könnte auf den Pisten, auf denen sie schon als kleines Kind unterwegs war, zum großen Star der Titelkämpfe werden. «Maria kann in jeder Disziplin eine Medaille holen», sagte Riesenslalom-Titelverteidigerin Kathrin Hölzl, die mit WM-Gold in Val d'Isère die lange Durststrecke der deutschen Alpinen bei Großereignissen beendet hatte. «Danach ging eines ins andere und jetzt sind wir da, wo wir sind.»

Und diese Position verpflichtet. Nach der großen Eröffnungsfeier am 7. Februar, zu der sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen will, sind wieder Erfolge gefragt. «Eine gewisse Anzahl von Medaillen wird erwartet. Wir haben uns auf drei festgelegt. Angepeilt sind zwei bei den Damen und eine bei den Herren», sagte Maier. Die Verantwortlichen im Deutschen Skiverband (DSV) versuchen, den Druck auf die Athleten nicht zu groß werden zu lassen, «denn eine WM ist für Sportler da und sie sollen eine gewisse Freude haben und nicht nur Druck verspüren».

Nachdem die Olympiasiegerinnen Riesch und Rebensburg den DSV zur alpinen Nummer 1 der Winterspiele machten, sind die Deutschen die Gejagten. Zumindest bei den Damen, wo vor allem die Amerikanerin Lindsey Vonn am Ort ihrer jährlichen Weihnachtsfeiern nach zwei Titeln 2009 wieder zuschlagen will. Das nächste Duell Riesch vs. Vonn, die auch im Gesamtweltcup um die Große Kugel kämpfen, bahnt sich an.

Dagegen steht und fällt bei den Herren nach dem Verletzungs-Aus von Stephan Keppler, der Zweiter beim Super-G in Gröden wurde, wohl wieder alles mit Felix Neureuther. Zwar ist der 26-Jährige im WM- Winter noch ohne Podestplatz, fühlt sich aber gut in Form. Und beim Saison-Finale vor einem Jahr holte er sich auf seinem heimischen Gudiberg den Sieg. Es gebe in der WM-Vorbereitung noch «einiges zu tun», sagte der 26-Jährige nach der Slalom-Generalprobe von Schladming, dann aber sei er für den Wettkampf zu Hause «gut» gerüstet. Der letzte WM-Titel eines DSV-Herren, den Hansjörg Tauscher in der Abfahrt holte, liegt schon 22 Jahre zurück.

Als es vor 33 Jahren in der Marktgemeinde zum ersten und einzigen Mal in Deutschland um WM-Medaillen ging, waren die deutschen Asse von heute noch nicht geboren. Die Stars von damals, die seinerzeit einmal Gold und viermal Silber holten, freuen sich auf die Neuauflage. «Das ist ein Ereignis in einer Sportlaufbahn, das nie wieder kommt. Vor heimischem Publikum, alle sind da und wünschen sich nur eins, dass man eine Medaille holt», sagte Irene Epple-Waigel, die 1978 Silber in der Abfahrt gewann.

Auch diesmal sollen die deutschen Fans ihr Team antreiben - und dürfen internationale Ski-Stars bestaunen. Der Amerikaner Bode Miller legte zur WM-Vorbereitung extra eine Pause ein, Österreichs Alpin-Herren hoffen nach der Olympia-Pleite auf neue Erfolge unter der Regie des früheren deutschen Goldschmieds Mathias Berthold. Und bei den Damen ist mit der erfolgreichsten aktiven Medaillensammlerin Anja Pärson (Schweden) immer zu rechnen: In der von der deutschen Christl Cranz angeführten ewigen Rangliste ist sie mit sieben Titeln Dritte.

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