Abfahrtstraining
Andreas Sander belegte beim Abfahrtstraining in Garmisch-Partenkirchen den 17. Platz. Foto: Stephan Jansen

Andreas Sander belegte beim Abfahrtstraining in Garmisch-Partenkirchen den 17. Platz. Foto: Stephan Jansen

dpa

Andreas Sander belegte beim Abfahrtstraining in Garmisch-Partenkirchen den 17. Platz. Foto: Stephan Jansen

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Rund ein Jahr nach der Ski-WM sind die Alpin-Asse nach Garmisch-Partenkirchen zurückgekehrt, die weitere Zukunft der Rennen am Fuße der Zugspitze ist jedoch offen.

In der Diskussion um den derzeit einzigen deutschen Standort für Weltcup-Speedrennen fühlen sich zudem die Fahrer zu wenig gewürdigt. «Die Strecke ist super, aber das ganze Drumherum, wie sie die Strecke präparieren und wie uns die Garmischer gegenübertreten, das ist alles nicht so das Feine. Das ist in anderen Skiorten besser», sagte Stephan Keppler.

Beim vom kanadischen Weltmeister Erik Guay gewonnenen Abschlusstraining kam er auf Platz 18. Andreas Sander belegte den 17. Rang und machte damit ebenso wie Keppler Hoffnung auf ein gutes Abschneiden in der Abfahrt am Samstag. 24 Stunden später findet ein Super-G statt.

Vor einem knappen Jahr feierte die Marktgemeinde international gelobte «Festspiele im Schnee». Jetzt gibt es für Herren und Damen gleich zwei Weltcup-Wochenenden nacheinander. Doch hinter den Kulissen wird um die strategische Ausrichtung der deutschen Alpin-Hochburg verhandelt. Es wurde sogar schon darüber gesprochen, auf die Speedweltcups zu verzichten. «Wir wollen einen Heim-Weltcup und hoffen, dass er bleibt», sagte der 22-jährige Sander.

Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte gehofft, den Standort Garmisch, in dessen Infrastruktur über 20 Millionen Euro im Zuge der WM investiert worden waren, als Speedtrainingszentrum nutzen zu können. Doch das ist in diesem Winter noch nicht gelungen. «Wir haben letztendlich aus der WM überhaupt nichts gezogen», sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Man sei nicht einmal zum Training in Garmisch gewesen.

Ein Problem in der derzeitigen Gemengelage ist, dass sehr viele Verhandlungspartner am Tisch sitzen. Darüber hinaus hat die geglückte WM, die damals rund fünf Millionen Euro Gewinn für das Organisationskomitee abwarf und auch tüchtig Steuergelder in die Gemeindekassen spülte, bei vielen Begehrlichkeiten geweckt hat.

Keppler, ein Freund klarer Worte, findet es schade, dass nicht alle hinter dem deutschen Alpin-Sport stehen. Und die Präparierung vom Donnerstag, die durch Schneekanonen erschwerte wurde, verwunderte ihn und die Skiszene. «International wird das ziemlich belächelt und ein bisschen schämen muss man sich momentan auch», meinte der Achte der diesjährigen Kitzbühel-Abfahrt. «Wenn man sich das Drumherum anschaut, dann wäre ich nicht so sauer, wenn es woanders hingeht», sagte Keppler, der beim Heimrennen gerne aufs Stockerl fahren würde.

Versöhnliche Worte gab es aus Österreich. «Was die für Wickel haben untereinander, kann ich natürlich nicht sagen», meinte der Trainingsvierte Hannes Reichelt. Er fände ein Aus im Weltcup-Kalender schade, «weil Garmisch ein Klassiker ist». Im Gegensatz zu Kitzbühel gehe es hier sehr familiär und weniger stressig zu. «Wenn die Deutschen regelmäßig vorne mitfahren würden, würde es auch ganz anders ausschauen», sagte Reichelt.

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