Rekord
Didier Cuche beherrscht die Streif wie kein Zweiter. Foto: Georg Hochmuth

Didier Cuche beherrscht die Streif wie kein Zweiter. Foto: Georg Hochmuth

Arnold Schwarzenegger (vorn) und Ralf Moeller verfolgen das Abfahrtsrennen. Foto: Georg Hochmuth

In perfekter Hocke nimmt der Schweizer Rekordfahrer einen Sprung. Foto: Hans Klaus Techt

Nach dem Lauf kann Cuche seine Freude über den gelungenen Abschied nicht verbergen. Foto: Georg Hochmuth

Stephan Keppler findet auf der Streif die richtige Linie. Foto: Hans Klaus Techt

dpa, Bild 1 von 5

Didier Cuche beherrscht die Streif wie kein Zweiter. Foto: Georg Hochmuth

Kitzbühel (dpa) - Arnold Schwarzenegger staunte mit offenem Mund, Franz Klammer applaudierte seinem würdigen Nachfolger: Mit dem fünften Abfahrtscoup hat sich Didier Cuche wenige Monate vor seinem Karriereende zum alleinigen Rekordsieger auf der Streif gekrönt.

Unter dem Jubel der österreichischen Fans wirbelte der 37 Jahre alte Schweizer wie entrückt seinen Ski per Salto durch die Luft und verfolgte die letzten Fahrer auf einem Stuhl sitzend mit gebannter Miene. «Das ist ein großartiges Gefühl, es war schon ein Nervenkitzel im Zielraum», sagte Cuche, der keine große Wehmut wegen seines baldigen Rücktritts aufkommen ließ. «Ich konnte wirklich nicht solch ein tolles Ende erwarten.»

«Er ist jetzt der Kaiser von Kitzbühel», gratulierte die österreichische Ski-Legende Klammer, der viermal die berüchtigte Schussfahrt gewonnen hat, ohne Neid. Auf der wegen starken Schneefalls deutlich verkürzten Strecke ließ Cuche den Österreichern Romed Baumann und Klaus Kröll auf den Plätzen zwei und drei keine Chance.

Als Achter stellte Stephan Keppler sein bestes Resultat in der schnellsten Disziplin ein und sorgte für das beste deutsche Kitz-Abfahrtsergebnis seit dem sechsten Platz von Markus Wasmeier vor 25 Jahren. «Der Cuche ist einfach der beste Abfahrer, das hat er heute mal wieder gezeigt», sagte der Ebinger, dem nur 0,48 Sekunden auf den verdienten Sieger fehlten, «er ist mal wieder perfekt gefahren. Da werde ich noch viel üben müssen, dass mir mal so eine Fahrt gelingt.»

Besonders im Zielschuss zauberte Cuche die wagemutigste Linie in den Schnee von Kitzbühel, wo er nur zwei Tage zuvor seinen Rücktritt zum Ende dieser Saison erklärt hatte. «Als ich aufgestanden bin und kurz vor dem Start habe ich noch daran gedacht. Aber dann musste ich mich auf mein Rennen fokussieren», sagte der gelernte Metzger. Er hatte 1998 eine Sprint-Abfahrt sowie 2008, 2010 und 2011 die Schussfahrt auf der Streif gewonnen. «Es ist unglaublich, was der Didier hier leistet. Es ist schade, wenn so ein Star des Skisports die Bühne nach der Saison verlässt», schwärmte Kröll. «Er hat hier heute wieder Geschichte geschrieben.»

Wie zuletzt beim Erfolg des Amerikaners Daron Rahlves vor acht Jahren starteten die Athleten von der Einfahrt zur Alten Schneise und ließen so unter anderem die spektakuläre Mausefalle aus. «Jetzt hat er vier Siege wegen der zwei kurzen», scherzte der bisherige Co-Rekordhalter Klammer, «irgendwie müssen wir ja was finden.» Seine eigene Erfolgszahl addierte Cuche hingegen zu «viereinhalb» und meinte nach kurzem Nachdenken: «Aber ist mir auch egal.»

Gemeinsam mit seinem deutschen Schauspielerkollege Ralf Möller schaute sich der frühere kalifornische Gouverneur Schwarzenegger im grünen Lodenmantel das Rennen einen Tag vor dem abschließenden Slalom auf der VIP-Tribüne an und freute sich über den Cuche-Sieg. «Wir genießen das Rennen hier sehr. Gestern erst habe ich Didier Arnold vorgestellt», berichtete Möller.

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