Siegerin
Jacqueline Lölling gewinnt den Skeleton-Weltcup in Winterberg. Foto: Caroline Seidel

Jacqueline Lölling gewinnt den Skeleton-Weltcup in Winterberg. Foto: Caroline Seidel

dpa

Jacqueline Lölling gewinnt den Skeleton-Weltcup in Winterberg. Foto: Caroline Seidel

Winterberg (dpa) - Die Umarmung von Siegerin Jacqueline Lölling mit der vom IOC gesperrten Russin Elena Nikitina fiel fair und herzlich aus. Für die deutschen Athleten im Eiskanal ist es eine verzwickte Situation. «Ich bin ganz ehrlich, ich mache mir da bei den Rennen relativ wenig Gedanken, im Moment muss man die Leistung einfach anerkennen, es gibt halt keine Beweise. Und solange behandle ich sie ganz normal», sagte Skeleton-Weltmeisterin Jacqueline Lölling nach ihrem ersten Weltcupsieg auf ihrer Heimbahn in Winterberg.

«Solange es keine stichhaltigen Beweise gibt, ist es ja auch nicht sicher, ob sie gedopt war oder nicht. Ich gehe jetzt davon aus, dass sie nicht gedopt ist und hoffentlich mit fairen Mitteln kämpft», sagte die fünftplatzierte Tina Hermann vom WSV Königssee.

Die wie Alexander Tretjakow vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wegen Dopings lebenslang gesperrte Nikitina verbesserte am Freitag mit 5,12 Sekunden ihren eigenen Startrekord aus dem Jahr 2015. Am Ende reichte es für Platz drei hinter der Kanadierin Elisabath Vathje. Anna Fernstädt aus Berchtesgaden wurde Neunte.

Der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF hatte vor dem Weltcup im Hochsauerland die Sperre der Russen vorläufig aus Mangel an Beweisen wieder aufgehoben. Die russischen Athleten werden die IOC-Sperre beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne anfechten. Diesen Vorgang hatten sie bereits in der Vorsaison praktiziert. Da erhielten die Russen vom CAS mangels Beweisen wieder eine Startberechtigung - auch genau vor dem Rennen in Winterberg.

«Nach einer mündlichen Anhörung mussten wir feststellen, dass die Unterlagen der IOC-Oswald-Disziplinarkommission für eine Sperre nicht ausreichen», sagte IBSF-Vizepräsident Andreas Trautvetter. Er will zusätzliche IBSF-Gerichtskosten beim CAS-Gang vermeiden, denn «es würde eine Prozesslawine auf uns zukommen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Es kostet nur Geld und das Ergebnis ist dasselbe», betonte Trautvetter, der zugleich Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) ist.

Der Weltverband akzeptiere zwar die IOC-Entscheidung, teile diese aber nicht. Diese Vorgehensweise gilt nur für die Wettkämpfe im Weltcup und für die derzeit aktiven Athleten im Bob- und Skeletonbereich. Im Bob betrifft es Alexander Kasjanow, der den Viererbob-Weltcup in Whistler gewann.

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