Absage
Die Paarlauf-Weltmeister Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy müssen auf die EM verzichten. Foto: Peter Schneider

Die Paarlauf-Weltmeister Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy müssen auf die EM verzichten. Foto: Peter Schneider

dpa

Die Paarlauf-Weltmeister Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy müssen auf die EM verzichten. Foto: Peter Schneider

Sheffield (dpa) - Eine vergleichsweise simple Pirouette hat die Hoffnungen von Aljona Savchenko und Robin Szolkowy auf den fünften Europameistertitel zunichtegemacht.

Nach dem Vormittagstraining mussten die dreimaligen Paarlauf-Weltmeister schweren Herzens ihren Start im Kurzprogramm am Nachmittag in Sheffield absagen: Die Verletzung im hinteren linken Oberschenkel hatte sich bei der 28-Jährigen wieder verschlimmert. Mit schmerzverzerrtem Gesicht brach sie das Pflichtelement ab und verschwand ohne ein Wort aus der Motorpoint Arena.

«Das ist eine tragische Entscheidung für uns gewesen», sagte Trainer Ingo Steuer, «die alte Verletzung ist wieder eingerissen.» Savchenko hatte sich 13 Tage zuvor bei einem Sturz in Chemnitz das Hämatom zugezogen, war aber nach England gereist, weil es von Tag zu Tag besser wurde. Die beiden seien «so gut in Schuss gewesen», die Titelverteidigung auf alle Fälle drin gewesen. Das Gesundheitsrisiko einer Verschlimmerung des Muskelfaserrisses war jedoch zu hoch: «Wichtig ist, dass wir bei der WM im März in Nizza zu hundert Prozent fit sind und die Europameister schlagen können», betonte Steuer.

«Die Schmerzintensität ist so stark, dass sie nicht konkurrenzfähig sind», sagte der Mannschaftsarzt der Deutschen Eislauf-Union (DEU), Stefan Prengle, «das ist ein Rückschlag.» Er schrieb in seinem Bericht an den Weltverband ISU, dass Savchenko in fünf bis sieben Tagen wieder trainieren könne. Die gebürtige Ukrainerin wird in Sheffield bleiben, um sich die Verletzung intensiv physiotherapeutisch behandeln zu lassen. Szolkowy muss sich derweil allein mit Lauf- und Krafttraining fit halten.

Die Sachsen wollen unbedingt vom 2. Februar an bei acht Shows «Art on Ice» in der Schweiz antreten, wo sie einen hohen fünfstelligen Betrag verdienen können. Zuvor hatte die Internationale Eislauf-Union (ISU) mit einer Sperre gedroht, falls sie bei der Tournee starten. Bei Jewgeni Pluschenko hatte die ISU das schon einmal durchgezogen, als er 2010 nach Olympia die WM ausließ, aber in lukrativen Galas lief. Die lebenslange Sperre wurde dieses Jahr wieder aufgehoben.

«Wenn Aljona in einigen Tagen wieder trainieren kann, dann wird sie in der Schweiz einsatzbereit sein», sagte Steuer. Die ISU lehnte zwar eine offizielle Stellungnahme ab. Doch es ist davon auszugehen, dass allein die Anreise zur EM und der Versuch zu starten, positiv gewertet werden. «Ich finde es großartig, dass sie da sind», hatte ISU-Sportdirektor Peter Krick zuvor gesagt.

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