Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy lassen die deutschen Meisterschaften erstmals freiwillig aus. Foto: Juri Kotschetkow
Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy lassen die deutschen Meisterschaften erstmals freiwillig aus. Foto: Juri Kotschetkow

Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy lassen die deutschen Meisterschaften erstmals freiwillig aus. Foto: Juri Kotschetkow

dpa

Aljona Savchenko (l) und Robin Szolkowy lassen die deutschen Meisterschaften erstmals freiwillig aus. Foto: Juri Kotschetkow

Oberstdorf (dpa) - Der dreifache Wurfaxel hat Vorrang, da muss der achte nationale Meistertitel zurückstehen: Für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy zählt in diesen Tagen nur Training, Training und nochmals Training.

Für den absoluten Erfolg lassen die dreifachen Weltmeister die Titelkämpfe am Freitag und Samstag in Oberstdorf erstmals freiwillig aus. National müssen die Chemnitzer niemanden fürchten, doch international hat sich das Blatt gewendet. Die Russen Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow sind so gute Paarläufer geworden, dass die Sachsen eine Schippe drauflegen müssen.

«Sie haben noch zwei Jahre bis zu den Olympischen Spielen in Sotschi, da können sie sich nicht nur aufs Sofa setzen», sagt Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Auch wenn es schmerzt, dass die Meisterschaften ohne ihre Zugpferde auskommen müssen, hat sie Verständnis für die Saisonplanung des weltbesten Paares.

Mit 27 und 32 Jahren (Szolkowy) sind sie nicht mehr die Jüngsten in der Eiskunstlauf-Szene und müssen sich die Saison genau einteilen - Pausen sind wichtiger als früher. Nach anstrengenden Wettkämpfen rund um den Globus und einigen Shows ziehen sich die eleganten Europameister nun in ihre Eishalle zurück, um an der Perfektion des dreifachen Wurfaxels zu feilen. Er bringt mehr Punkte als der bisher gezeigte Wurfflip - ist aber auch viel schwieriger.

Die 1,53 Meter kleine Savchenko stürzte bei der Landung des neuen Elements sowohl beim Grand Prix in Amerika als auch in Japan. Manch ein Kritiker befürchtet, dass das Verletzungsrisiko zu groß sei und die anderen Sprünge vernachlässigt würden. «Nein, das sehe ich nicht so. Jede Hebung ist gefährlich, es sieht bei Aljona und Robin immer nur so leicht aus», betont Treitz, die auch Preisrichterin ist: «Das Üben des Wurfaxels hat Hand und Fuß». Kein Konkurrent hat diese Schwierigkeit bisher im Repertoire.

Beim Grand-Prix-Finale im Dezember gewannen Savchenko/Szolkowy hauchdünn vor den Russen, die eine etwas schlechtere technische, aber eine bessere künstlerische Note bekamen. «Wir haben gezeigt, dass wir die Besten sind und auch ohne Wurfaxel gewinnen können, aber es ist besser, ihn zu können», sagt Ingo Steuer.

Um ihre Titel bei der EM (22.-29.1.) in Sheffield und der WM Ende März in Nizza zu verteidigen, will der Trainer den Axel zumindest in der Hinterhand haben. Ob sie ihn im Kurzprogramm zeigen werden, wird jeweils spontan entschieden. Und sei es nur, um die russischen Widersacher im Unklaren zu lassen.

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