Felix Loch will am Königssee glänzen. Foto: Matthias Hiekel
Felix Loch will am Königssee glänzen. Foto: Matthias Hiekel

Felix Loch will am Königssee glänzen. Foto: Matthias Hiekel

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Felix Loch will am Königssee glänzen. Foto: Matthias Hiekel

Königssee (dpa) - So ratlos hat man Felix Loch selten gesehen. Als der Rodel-Olympiasieger vor einem Jahr ausgerechnet auf seiner Hausbahn erneut das Podest verfehlte, quittierte der Lokalmatador den Fluch vom Königssee bitter enttäuscht mit einem Kopfschütteln.

Doch nach seinem Traumstart in den WM-Winter will es der 22-Jährige nun endlich wissen und nach zehn langen Jahren die schwarze Serie der deutschen Rodel-Männer beim Heim-Weltcup beenden. «Zuhause am Königssee wäre ein Weltcup-Sieg nun wirklich fällig. Ich möchte hier endlich mal gewinnen», richtete Loch vor dem Rennen eine klare Kampfansage an die internationale Konkurrenz.

Fast alles hat der Olympiasieger und zweimalige Weltmeister Loch, der sich sonst scheinbar durch nichts aus der Ruhe zu bringen lassen scheint, bereits gewonnen. Doch ausgerechnet auf seiner Hausbahn am Königssee, auf der der Berchtesgadener von klein auf das Rennrodeln erlernte, war er bislang alles andere als vom Glück verfolgt.

Vor zwei Jahren wurde er nur Neunter, weil die Haltevorrichtung zwischen Helm und Rennanzug riss. Im vergangenen Jahr blieb Loch nur Platz fünf - mit deutlichem Rückstand auf seinen italienischen Kontrahenten Armin Zöggeler. Da war selbst Lochs Mentor Georg Hackl restlos bedient: «Auf unserer Heim-Bahn so eine Klatsche - wir müssen hart und kritisch mit uns ins Gericht gehen», klagte der dreimalige Olympiasieger, der im Dezember 2001 für den letzten deutschen Männer-Sieg am Fuße des Watzmanns gesorgt hatte.

Doch fünf Wochen vor der Heim-WM scheint für Loch endlich alles gerichtet für den ersten Sieg am Königssee. Zwei klare Erfolge und einen zweiten Platz konnte der Olympiasieger in den ersten drei Weltcup-Rennen verbuchen, zudem fuhr der Ausnahmeathlet vor einer Woche überlegen seinen dritten deutschen Meistertitel heraus. «So kann es weitergehen», sagt Loch.

Da wird vor allem Altmeister Zöggeler etwas dagegen haben. Bislang kam der Ausnahmefahrer noch nicht wie gewohnt in Schwung, doch am Königssee fühlt sich der 38 Jahre alte Südtiroler stets äußerst wohl. Dass ihm auch die inzwischen umgebaute Eisrinne liegt, unterstrich Zöggeler erst kurz vor Silvester, als er in Königssee seinen 13. nationalen Titel einfuhr.

Bundestrainer Norbert Loch hofft dort auf den nächsten Streich seiner Männer um Sohn Felix, leichtes Stirnrunzeln lösen die schwankenden Leistungen der Frauen aus. Vor knapp drei Wochen in Calgary schnappte die Kanadierin Alex Gough den deutschen Rodlerinnen erneut den Sieg weg. «Generell bin ich mit dem Leistungsstand zufrieden, nur mit der Konstanz noch nicht», sagt Loch. Auf die hofft im Endspurt auf die Heim-WM auch Tatjana Hüfner: «Ich muss ausgeglichener werden und mir wieder mehr Selbstbewusstsein holen», sagte die Olympiasiegerin. Am besten schon am Königssee.

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