Klaus Bonsack
Klaus Bonsack 1968 in Grenoble. Der DDR-Rennrodler holte vier Medaillen bei drei olympischen Winterspielen hintereinander. Foto: Zentralbild

Klaus Bonsack 1968 in Grenoble. Der DDR-Rennrodler holte vier Medaillen bei drei olympischen Winterspielen hintereinander. Foto: Zentralbild

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Klaus Bonsack 1968 in Grenoble. Der DDR-Rennrodler holte vier Medaillen bei drei olympischen Winterspielen hintereinander. Foto: Zentralbild

Innsbruck (dpa) - Das schaffte nicht mal Rodel-Guru Georg Hackl: Bei drei Olympischen Winterspielen seit der Premiere des Rennrodelns 1964 holte Klaus Bonsack vier Medaillen. Damit ist der Thüringer bis heute unerreicht.

Doch Bonsack, der am zweiten Weihnachtsfeiertag in seiner Wahl-Heimat Innsbruck den 75. Geburtstag feiern wird, war nicht nur als Rodler erfolgreich. Nach dem Ende seiner Laufbahn blieb er dem Sport, der sein ganzes Leben bestimmte, in vielen Funktionen treu. Im wissenschaftlichen Zentrum des DDR-Verbandes hatte er großen Anteil an der Verbesserung der Schlitten. Gleichzeitig war der Thüringer für den Weltverband FIL als Technischer Delegierter unterwegs. Seit 1990 war er Auswahltrainer in Österreich. 1992 führte er Doris Neuner in Albertville zum Olympiasieg und sicherte dem österreichischen Verband mit vier Medaillen das bis heute bestes olympisches Abschneiden.

Kein Wunder, dass «Bonne» auch heute noch das Renngeschehen engagiert verfolgt, auch wenn er mit einigen Einschränkungen leben muss. Kurz nach seinem 65. Geburtstag diagnostizierte man bei ihm die Parkinsonsche Krankheit. «Fest steht: 100 Jahre werde ich nicht», hatte er an seinem 70. Geburtstag gesagt. «Inzwischen geht's mir etwas schlechter als vor fünf Jahren. Doch zum Glück ist die Krankheit in den vergangenen Jahren nicht schneller vorangeschritten, auch weil ich mich um absolute Medikamentendisziplin bemühe. Trotzdem geht vieles langsamer. Wenn ich einen Termin habe, muss ich eine halbe Stunde früher aufstehen», erzählt er.

In seinem Kalender steht die Rodel-WM am letzten Januar-Wochenende im nahen Igls als Fix-Termin. «Da werde ich viele alte Bekannte treffen», ist sich der weltweit geschätzte Technik-Freak aus Friedrichroda sicher.

Noch vor Weihnachten sind Klaus Bonsack und Ehefrau Helga umgezogen. Die neue Wohnung hat einen Fahrstuhl. Zuletzt war er zweimal die Treppe runtergefallen. «Zum Glück blieb's bei blauen Flecken», erzählt Bonsack. Seine Hobbies Bergwandern und Rodeln hat er aufgegeben, das Autofahren ebenfalls fast ganz. «Ich will ja andere nicht gefährden. Dafür haben wir Fernbus und Bahn für uns entdeckt. Das hat bei unseren zwei diesjährigen Besuchen in der Thüringer Heimat gut funktioniert», berichtet er.

So bleibt auch der Kontakt zur Familie erhalten, die weit über den deutschsprachigen Raum verteilt lebt: In Thüringen, Zürich und im Zillertal. In Innsbruck, zwischen Patscherkofel und Nordkette, fühlen sich die Bonsacks inzwischen zuhause, haben einen tollen Freundeskreis gefunden. «Doch Österreicher wirst Du trotzdem nicht nach den wenigen Jahren. Um Tiroler zu werden, brauchst Du noch länger», scherzt Bonsack.

Für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hat sich auch Tochter Claudia angekündigt. Die mehrmalige DDR-Langlauf-Meisterin lebt und arbeitet in Zürich. «Dann werden wir auch meinen Geburtstag richtig feiern. Kein rauschendes Fest, vielmehr in kleinem Kreis», kündigt der Rekord-Rodler an.

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