Jewgeni Pluschenko beeindruckt bei seinem EM-Comeback. Foto: Lindsey Parnaby
Jewgeni Pluschenko beeindruckt bei seinem EM-Comeback. Foto: Lindsey Parnaby

Jewgeni Pluschenko beeindruckt bei seinem EM-Comeback. Foto: Lindsey Parnaby

dpa

Jewgeni Pluschenko beeindruckt bei seinem EM-Comeback. Foto: Lindsey Parnaby

Sheffield (dpa) - Mit 29 Jahren kehrt Jewgeni Pluschenko trotz gravierender Knieprobleme nach fast zwei Jahren Pause auf das internationale Wettkampf-Eis zurück.

Der St. Petersburger liebt die große Bühne. Drei olympische Medaillen - davon einmal Gold - dreimal Weltmeister und sechsmal Europameister, all das ist ihm noch nicht gut genug. Seine Kür zur Musik «Tango de Roxane» bei der EM in Sheffield war vielversprechend, er riskierte in der Qualifikation sogar einen vierfachen Toeloop. Mit 157,52 Punkten gewann er haushoch. Da konnte der Berliner Paul Fentz (107,92), der als Vierter ins Hauptfeld kam, nur stauen.

Technisch müsse er noch einige Sprünge stabilisieren, vor allem den Vierfachen, sagt sein Trainer Alexej Mischin: «Wenn ich ihn den Dreifach-Axel springen sehe, muss ich sagen: Wenige Sportler im modernen Eiskunstlauf machen solch qualitative Sprünge.» Sein Schüler könne jedoch wegen des Gelenkverschleißes nicht mehr ganzjährig trainieren. So will sich Pluschenko nach den kontinentalen Titelkämpfen erneut wegen einer Meniskusverletzung unters Messer legen, damit sein Knie weiter den immensen Belastungen standhält. Zudem musste er sich am Montag zwei Spritzen gegen einen steifen Nacken geben lassen. «Es ist sehr hart, mit diesen Schmerzen zu laufen», gab er zu.

Die ganzen Mühen nimmt der blonde Rockstar der Eislauf-Szene auf sich, um ein viertes Mal bei Olympia - 2014 in Sotschi - dabei zu sein und seinen Gold-Coup von 2006 zu wiederholen. «Dieser Weg ist kompliziert und riskant», gibt Mischin zu. Aber: «Wir wollen lieber morgen die große Torte als heute einen kleinen Kuchen. Und das erfordert eine ganz eigene Taktik. Ich sehe diese Europameisterschaft als Etappe auf dem Weg vorwärts, nicht als Abschiedsveranstaltung eines Sportlers.»

Er sei auf Niederlagen vorbereitet, behauptet Pluschenko: «Ich weiß, ich stehe den Jüngeren in einigen Dingen nach. Aber wenn ich vorne mitkämpfen kann, will ich es versuchen. Ich hatte eine große Karriere und kann es gelassen angehen.» Die Internationale Eislauf-Union (ISU) gewährte dem Aushängeschild der an Stars armen Sportart eine Ausnahmegenehmigung, nachdem er im Dezember zum neunten Mal die russischen Meisterschaften gewonnen hatte.

Pluschenko bestritt seit den Winterspielen im Februar 2010 keinen internationalen Wettkampf mehr, verprellte den Verband sogar, als er seinen WM-Start absagte und lieber in Shows auftrat. Seine Sperre wurde aber schnell wieder aufgehoben, als er ernsthaft mit dem Training begann. Der Verband braucht den eigenwilligen Star ebenso wie Pluschenko selbst die Herausforderung.

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