Nach ihrer Sperre wird Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wieder bei einem offiziellen Eisschnelllauf-Wettkampf starten.
Nach ihrer Sperre wird Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wieder bei einem offiziellen Eisschnelllauf-Wettkampf starten.

Nach ihrer Sperre wird Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wieder bei einem offiziellen Eisschnelllauf-Wettkampf starten.

dpa

Nach ihrer Sperre wird Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wieder bei einem offiziellen Eisschnelllauf-Wettkampf starten.

Berlin (dpa) - Ihre emotionale Achterbahnfahrt hat ein Ende. Claudia Pechstein wird am 12. Februar in Erfurt erstmals seit 14 Monaten wieder zu einem offiziellen Eisschnelllauf-Wettkampf antreten.

«Es wäre mein größter Sieg, wenn ich mich für die Weltmeisterschaft in Inzell qualifizieren könnte und wieder gegen die Besten der Welt laufen darf», erklärte die fast 39 Jahre alte Berlinerin vor ihrem Comeback nach zweijähriger Sperre wegen erhöhter Retikulozytenwerte. Da sie im laufenden Weltcup keine Punkte sammeln konnte, ist sie nun darauf angewiesen, über das Zeit-Ranking einen der acht WM-Plätze über 5000 Meter zu ergattern.

Wie schwer diese Aufgabe am 18. Februar im Utah Olympic Oval von Salt Lake City wird, verriet ihr Trainer Joachim Franke. «Sie muss auf der schnellen Bahn die 5000 Meter unter sieben Minuten laufen. Und das in der B-Gruppe. Und vielleicht sogar ohne Gegnerin im ersten Rennen», sagte Franke der Nachrichtenagentur dpa. Dennoch ist der 70-Jährige zuversichtlich, dass Pechstein die hohe Hürde meistert. Die fünfmalige Olympiasiegerin hatte Franke aus dem Ruhestand heraus wieder aktiviert, weil sie nicht mit der Trainingsgruppe des Verbandes trainieren durfte.

«Wir erinnern uns immer an das Jahr 2002. Da ist sie in Berlin 7:09 gelaufen und dann in Salt Lake mit Weltrekord Olympiasiegerin geworden. Sie hat eine gute Ausgangsposition und muss ihr Niveau jetzt aber auf die Hochgeschwindigkeitsbahn transformieren», sagte Franke angesichts der jüngsten Testzeiten, bei denen Pechstein nur zwei Sekunden über ihrem Leitungsstand vor neun Jahren lag.

Salt Lake ist erst der zweite, aber wohl schwierigere Schritt. Zuvor muss Pechstein vier Tage nach Ablauf der Sperre erst einmal die Normzeiten des Weltverbandes ISU für den Start in Utah knacken. Kaum jemand zweifelt allerdings, dass die 4:15 Minuten über 3000 Meter in Erfurt eine lösbare Aufgabe sind. Pechstein wird voraussichtlich gegen ihre Berliner Auswahl-Kollegin Bente Kraus laufen. Fast 80 Journalisten werden zu dem Spektakel erwartet. Fünf TV-Teams - auch aus dem Ausland - haben sich angesagt.

Ob Claudia Pechstein anschließend auch über 1500 Meter startet, steht noch nicht definitiv fest und hängt von ihrer körperlichen Verfassung ab. Franke jedenfalls plädiert für ein zweites Rennen zwei Stunden später, um die Fitness gleich einem doppelten Belastungstest zu unterziehen. Im Dezember 2009 hatte sie per Einstweiliger Verfügung den einzigen Start während ihrer Sperre erwirkt. Ihre damals gelaufene Zeit in Salt Lake City wurde jedoch nachträglich annulliert, da der Internationale Sportgerichtshof (CAS) alle juristischen Vorstöße des Pechstein-Lagers gegen die Sperre abwies.

Während ihr die ISU-Funktionäre nach den juristischen Attacken und medialen Inszenierungen der vergangenen Monate wohl mit Skepsis gegenübertreten werden, sehen die Verantwortlichen der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) der Rückkehr Pechsteins mit großer Zuversicht entgegen. «Claudia in Normalform wäre auf jeden Fall eine Verstärkung für unsere Mannschaft», meinte Teamchef Helge Jasch. Auch Cheftrainer Markus Eicher ließ keinen Zweifel daran, dass Pechstein für ihn eine neue Besetzungs-Variante für die Teamverfolgung bei der WM in Inzell wäre. «Wir betreiben Leistungssport. Und wer Leistung bringt, ist dabei. Ohne Wenn und Aber», sagte der Inzeller.

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