Kämpferisch
Claudia Pechstein geht beim Eisschnelllauf-Weltcup in Hamar an den Start. Foto: Vincent Jannink

Claudia Pechstein geht beim Eisschnelllauf-Weltcup in Hamar an den Start. Foto: Vincent Jannink

dpa

Claudia Pechstein geht beim Eisschnelllauf-Weltcup in Hamar an den Start. Foto: Vincent Jannink

Hamar (dpa) - Mit gemischten Gefühlen machte Claudia Pechstein vor dem Weltcup am Wochenende ihre ersten Schritte auf dem Eis des «Wikingerschiffs» von Hamar.

Vor genau drei Jahren war die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin hier wegen erhöhter Blutwerte vom Eislauf-Weltverband ISU aus dem Verkehr gezogen und für zwei Jahre gesperrt worden. «Das blende ich aus, ich mache ja nicht die Stadt oder die Halle für das Unrecht verantwortlich, was mir angetan wurde, sondern die ISU», sagte die 39-jährige Berlinerin vor ihrem ersten Auftritt in der Olympia-Halle von 1994.

Und sie erinnert sich auch an bessere Zeiten im norwegischen Eislauf-Mekka. «Ich habe in Hamar auch schon viele schöne Stunden erlebt, bin dort zum ersten Mal Olympiasiegerin geworden», meinte sie. In den vergangenen Wochen hatte Pechstein nach ihrem gelungenen Comeback mit zwei WM-Medaillen 2011 aber wiederum für Schlagzeilen außerhalb des Eises gesorgt, nachdem durch die ARD-Sportschau bekanntwurde, dass sie zu den Patienten des umstrittenen Erfurter Arztes Andreas Franke gehört haben soll. Er hatte das Blut von mindestens 30 Sportlern mit UV-Strahlen behandelt.

«Es ist gut, dass es endlich wieder um den Sport geht. Ich liebe das Eisschnelllaufen und habe in meiner Karriere nie etwas Verbotenes getan. Jeder, der etwas anderes behauptet, ist ein Lügner und Denunziant», polterte Pechstein vor den Rennen in Hamar, wo sie nach einem Infekt in der vergangenen Woche leicht geschwächt an den Start gehen wird.

Wegen der Erkältung hatte sie am vergangenen Wochenende auch die geplanten Testrennen in Erfurt auslassen müssen. Über die eigene Form ist sich Pechstein eine Woche vor der Mehrkampf-WM in Moskau nicht im Klaren: «Wir hatten in den vergangenen zwei Monaten nur einen Wettkampf, die EM in Budapest. Es ist schwer zu sagen, wie man drauf ist, wenn man nur trainiert hat und keine Wettkämpfe laufen konnte.»

Wegen der zeitlichen Nähe der WM und der Enge des Terminplans von Hamar mit den 3000 Metern und dem Team-Rennen am Sonntag wird Pechstein ebenso wie Stephanie Beckert auf die Verfolgung verzichten. «Es ist ganz kompliziert, bei so einem Zeitplan eine Top-Mannschaft zu nominieren», urteilte Teamchef Helge Jasch. So wird in Hamar am Sonntag nur ein deutsches B-Team bei den Damen an den Start gehen.

In diesem Winter stand Pechstein, die drei Tage nach der WM ihren 40. Geburtstag feiert, bisher bei jedem Langstreckenrennen auf dem Siegerpodest. «Nach dem Trainingsausfall der vergangenen Tage wäre es vermessen, das auch in Hamar wieder von mir zu erwarten. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen», meinte sie.

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