Claudia Pechstein glaubt, dass sie in Heerenveen nicht mit Pfiffen empfangen wird.
Claudia Pechstein glaubt, dass sie in Heerenveen nicht mit Pfiffen empfangen wird.

Claudia Pechstein glaubt, dass sie in Heerenveen nicht mit Pfiffen empfangen wird.

dpa

Claudia Pechstein glaubt, dass sie in Heerenveen nicht mit Pfiffen empfangen wird.

Heerenveen (dpa) - Bei ihrem Comeback feuerten die Niederländer Schimpfkanonaden auf sie ab, doch Eisschnellläuferin Claudia Pechstein geht ohne Furcht in die «Höhle des Löwen». Beim Weltcup-Finale in Heerenveen rechnet die 39 Jahre alte Berlinerin eher mit Beifall als mit Buh-Rufen.

«Ich glaube nicht, dass es Pfiffe gegen mich geben wird», erklärte die fünfmalige Olympiasiegerin vor ihrem Doppelstart über 1500 und 3000 Meter im Eisschnelllauf-Mekka Thialf. Die niederländischen Medien gingen in den vergangenen Tagen differenziert mit dem Fall Pechstein um, die Tageszeitung «De Volkskrant» widmete dem Comeback der zwei Jahre lang wegen auffälliger Blutwerte gesperrten Berlinerin drei komplette Seiten. «Ich glaube nicht, dass es für sie ein Ritt durch die Hölle wird», ist auch Manager Ralf Grengel sicher. Im Mutterland des Eisschnelllaufs habe Pechstein so viele Fans, wie auch E-Mails in der Zeit ihrer Sperre belegten.

Vor Pechsteins Rückkehr in den Weltcup-Zirkus hatte es vor allem von Seiten des privaten TVM-Teams um Trainer Bart Veldkamp und Weltmeisterin Ireen Wüst heftige Attacken gegen die Deutsche gegeben. «Ausschließen kann man natürlich nicht, dass es auch Leute gibt, die sich von einem Provokateur wie Veldkamp aufhetzen lassen», sagte Grengel. 10 000-m-Olympiasieger Veldkamp hatte Pechstein als «ekelhaftes Geschwür» diskreditiert, war nach ihren Top-Leistungen in Amerika aber wieder zurückgerudert.

Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mit den besten der Welt - in Salt Lake City musste Pechstein noch in der B-Gruppe laufen - geht es für die Hauptstädterin nicht um Siege, sondern um die Bestätigung ihrer Super-Form, mit der sie sich in Utah als «Späteinsteigerin» in die Saison die WM-Tickets über 1500 und 5000 Meter gesichert hatte. Nun will sich Pechstein auch über 3000 Meter das Ticket zur WM eine Woche später in Inzell lösen.

«Ich bin voller Vorfreude auf Heerenveen. Das ist das Wimbledon des Eisschnelllaufs. Dort bin ich schon immer gern gelaufen und habe auch große Erfolge gefeiert», sagte Pechstein. Auch Cheftrainer Markus Eicher ist überzeugt, dass die Langstrecklerin das deutsche Team auf dieser WM-Strecke verstärken wird. Dazu muss Pechstein eine Topzeit von etwa 4:10 Minuten laufen, um einen der zehn WM-Plätze, die über das Zeitranking vergeben werden, zu erreichen.

Drei WM-Plätze sind dem deutschen Verband bereits sicher, doch nun muss sich zeigen, wer hinter der Weltcup-Zweiten Stephanie Beckert noch Ansprüche geltend machen kann. Bislang behaupten Jennifer Bay (Dresden) und Isabell Ost (Berlin) die anderen beiden Startplätze. «Die Entscheidung, wer bei der WM startet, fällt natürlich der Verband», verkündete Eicher und hält sich damit alle Optionen offen. Klar ist aber, dass Pechstein die beiden jüngeren Konkurrentinnen in Heerenveen bezwingen muss, um eigene Ansprüche anmelden zu können.

Für Beckert geht es im letzten 3000-Meter-Rennen der Weltcupsaison noch immer um den Gesamt-Weltcup. Um die mit 15 000 Dollar dotierte Trophäe zu erkämpfen, müsste die Thüringerin die tschechische Olympiasiegerin Martina Sablikova hinter sich lassen. Fast sicher ist der Cup der Berlinerin Jenny Wolf, die angesichts ihres riesigen Vorsprungs auf der 500-m-Distanz von keiner Konkurrentin mehr ernsthaft gefährdet werden kann.

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