Bei ihrer 21. EM ist eine Medaille für Claudia Pechstein außer Reichweite. Foto: Vincent Jannink
Bei ihrer 21. EM ist eine Medaille für Claudia Pechstein außer Reichweite. Foto: Vincent Jannink

Bei ihrer 21. EM ist eine Medaille für Claudia Pechstein außer Reichweite. Foto: Vincent Jannink

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Bei ihrer 21. EM ist eine Medaille für Claudia Pechstein außer Reichweite. Foto: Vincent Jannink

Heerenveen (dpa) - Claudia Pechstein wollte ihre Enttäuschung zur Halbzeit der Europameisterschaften der Eisschnellläufer gar nicht verbergen.

«Das Eis ist sehr weich, ich habe meinen Rhythmus nicht gefunden», sagte die fünfmalige Olympiasiegerin nach Platz sieben zum Auftakt der Titelkämpfe in Heerenveen. «Andererseits bin ich froh, dass ich mit fast 45 Jahren überhaupt noch dabei sein kann», scherzte die Berlinerin in den Katakomben der Thialf-Eisarena.

Über 3000 Meter kam sie in 4:10,02 Minuten als Siebte ins Ziel, auf der ungeliebten Distanz über 500 Meter wurde sie in 40,59 Sekunden Neunte. Bei ihrer 21. EM ist eine Medaille für die 44 Jahre alte Pechstein außer Reichweite. «Das ist Sprint-Eis, das war kein Spaß heute. Sie hat ihren Schritt nicht gefunden, auf dem Eis konnte sie nicht gleiten», stellte Pechsteins Heimtrainer Peter Müller fest.

Die niederländische Rekord-Olympionikin Ireen Wüst gewann am Freitag beide Disziplinen (39,26/4:03,93), Teamkollegin Antoinette de Jong und Martina Sablikova aus Tschechien liegen in Lauerstellung nach zwei von vier Disziplinen. Das Ziel von Pechstein ist nun, sich über die 1500 Meter am Samstag zu steigern, so dass sie das Finale über 5000 Meter erreicht. «Eigentlich hatten wir diese EM gar nicht geplant, aber Claudia lief so gut bei den Meisterschaften in Inzell, dass sie sich qualifizierte», erklärte Müller.

Der Chemnitzer Nico Ihle lag nach Teil eins des Wettkampfes auf einem hervorragenden zweiten Platz. Über 500 Meter kam er in 34,95 Sekunden auf einen guten dritten Rang, über 1000 wurde er in 1:09,45 Minuten Zweiter. In Führung ging der Niederländer Kai Verbij. «Das Eis ist für uns Sprinter richtig griffig, aber je länger die Distanz ist, umso zäher wird es», meinte Ihle. «Ich habe einen guten Einstieg gehabt und will morgen noch einen draufsetzen.»

Verfolger Ruslan Muraschow trat über die doppelte Distanz nicht mehr an. Die Begründung des Russen, der über 500 Meter in 34,88 Sekunden ohne Probleme Zweiter wurde, lautete lediglich, es liege ein medizinisches Problem vor. Zuvor hatten bereits die russischen Stars Pawel Kulischnikow (Leistenverletzung) und Natalja Woronina wegen Krankheit ihre Teilnahme im Eisschnelllauf-Mekka abgesagt.

Der Sachse Denny Ihle lag zur Halbzeit auf dem 17. Rang. Der Bruder von Nico brauchte 35,89 Sekunden für die 500 Meter, 1:12,35 Minuten für die längere Strecke. Die Eissprinter starten im Rahmen des neuen EM-Formats erstmals in den Kampf um kontinentale Titel und Medaillen im Sprint-Vierkampf. Dabei werden die 500 und die 1000 Meter jeweils zweimal gelaufen, die Zeiten in Punktzahlen umgerechnet und addiert.

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