Holperstart
Robert Lehmann bei der EM in Klobenstein.

Robert Lehmann bei der EM in Klobenstein.

dpa

Robert Lehmann bei der EM in Klobenstein.

Klobenstein (dpa) - Robert Lehmann trägt die letzte Hoffnung auf einen WM-Platz, Cheftrainer Markus Eicher beschwor indes einen härteren Kurs und räumte sogar Geldstrafen für die Eisschnellläufer ein:

Der Auftakt zu den Europameisterschaften verlief für die deutschen Männer in Klobenstein recht durchwachsen. Die Damen starten erst am Samstag mit den ersten zwei Strecken.

Lehmann war nach Platz 12 über 500 Metern unzufrieden, kam aber über 5000 Meter mit den schwierigen Bedingungen als 13. in 6:48,57 Minuten ganz gut zurecht. Als Zwölfter nach zwei Strecken wahrte er damit als einziger Deutscher die Chance auf das Finale und auch auf das WM-Ticket für Calgary. «Die Taktik ist aufgegangen, aber es war eine enorme Umstellung, Eisschnelllauf ist eben zu 99 Prozent eine Hallensportart. Ich mag die offene Bahn nicht wirklich», gestand der Thüringer, nachdem er zuvor über die mäßige 500-m-Zeit von 37,28 Sekunden gewettert hatte. «Der Abstand nach oben ist größer geworden. Ich kann nicht zufrieden sein.»

In Führung liegen nach zwei Strecken die Niederländer Jan Blokhuijsen und Koen Verweij. Ihr zuletzt viermal siegreicher Landsmann Sven Kramer ist wegen einer Knieverletzung nicht am Start. Die 5000 Meter hatte der Russe Iwan Skobrew in 6:30,01 Minuten gewonnen, der im Klassement damit Dritter ist. Keine Chance mehr auf das Finale der Top 12 hat der Berliner Tobias Schneider, der mit Platz 20 nach zwei Strecken enttäuschte.

Die nicht befriedigenden Ergebnisse der Deutschen sind nur ein Spiegelbild der bisherigen Saison, eigentlich sogar der vergangenen Jahre. Grundsätzlich ist der neue Cheftrainer Markus Eicher daher mit seinen Mehrkämpfern nicht zufrieden. «Es war eine schwierige Umstellung: Im Prinzip haben wir eine gewisse Diktatur wieder eingeführt», meinte Eicher mit Blick zurück auf die zu weiche Welle seines Vorgängers Bart Schouten. «Einige habe es sich da zu bequem eingerichtet», sagte Eicher.

In den zurückliegenden Wochen habe es wegen des härteren Kurses im Männerteam auch einigen Ärger und Stress gegeben, räumte der Bayer ein. Um seine Auffassungen durchzusetzen, hat das Trainerteam inzwischen sogar disziplinarische Maßnahmen eingeführt. «Wir haben zum Beispiel mehrere Wochen geredet, dass wir von jedem Kader- Athleten exakte Aufzeichnungen über sein Training erwarten. Einige haben sich nicht dran gehalten - da mussten wir handeln und haben ab dem 1. Januar Verstöße mit Geldstrafen geahndet», berichtete Eicher.

In der Heimat stießen die Aussagen Eichers auf Kritik. Für die EM nicht qualifizierte Auswahl-Läufer kritisierten im Internet-Forum auch die Rolle des Inzellers, der in den zurückliegenden Wochen zu wenig bewegt habe.

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