Jenny Wolf hat sich nach ihrem Sieg ein Fahne geschnappt und läst sich feiern.
Jenny Wolf hat sich nach ihrem Sieg ein Fahne geschnappt und läst sich feiern.

Jenny Wolf hat sich nach ihrem Sieg ein Fahne geschnappt und läst sich feiern.

dpa

Jenny Wolf hat sich nach ihrem Sieg ein Fahne geschnappt und läst sich feiern.

Inzell (dpa) - Eisschnellläuferin Jenny Wolf bleibt über 500 Meter bei Weltmeisterschaften seit 2007 ungeschlagen. Die 32-jährige Berlinerin gewann in Inzell zum vierten Mal in Serie den Sprint-Titel. Claudia Pechstein erkämpfte sich ihre 55. Medaille bei internationalen Meisterschaften.

Im Team-Wettbewerb lief die 39-jährige Berlinerin gemeinsam mit Stephanie Beckert aus Erfurt und Isabell Ost aus Berlin in 3:01,82 Minuten zur Bronzemedaille. Den Titel holte sich das Trio aus Kanada in 2:59,74 Minuten vor dem favorisierten Team der Niederlande (3:00,43). Die Niederländerin Ireen Wüst sicherte sich ihre vierte WM-Medaille nach zweimal Gold und einmal Silber.

Pechstein war mit ihrer zweiten Bronzemedaille von Inzell einen Monat nach Ablauf ihrer zweijährigen Dopingsperre zufrieden. «Es hat gut funktioniert, Zwist untereinander gab es gar nicht. Im Team stehen wir zusammen», sagte sie.

Insgesamt holte die deutsche Mannschaft bei der Heim-WM fünf Medaillen (1-1-3). Bei der Premiere des Team-Wettbewerbs vor sechs Jahren ebenfalls in Inzell hatte es die einzige WM-Goldmedaille gegeben. 2010 holte Deutschland Olympia-Gold in Vancouver. Von der damaligen Besetzung war nur noch Stephanie Beckert dabei. «Ich bin überglücklich, dass es so gut gelaufen ist», sagte sie. «Das Team hat vorneraus gute Arbeit geleistet, mich gut in Schwung gebracht.»

Schon im ersten Lauf war Wolf in 37,98 Sekunden als einzige Läuferin des Feldes unter der 38-Sekunden-Marke geblieben und verteidigte im zweiten Durchgang in 37,95 Sekunden ihre Spitzenposition. Platz zwei ging an Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa aus Südkorea. Wang Beixing aus China lief auf Platz drei. Judith Hesse (Erfurt) kam auf einen ausgezeichneten fünften Platz, Monique Angermüller (Berlin) war nach Sturz in Lauf eins aus dem Rennen. «Das ist Freude pur, dass ich diese Saison hinter mich gebracht habe», meinte die strahlende Siegerin, die jubelnd die deutsche Fahne auf dem Eis schwenkte.

Die schnellste Frau auf dem Eis wollte sich aber nicht festlegen, ob sie ihre Erfolgskarriere fortsetzt. «Es muss von Körper her stimmen, dann stimmt es auch im Kopf. Ich entscheide im Sommer. Aber es gibt ja den Spruch, 'wenn es am schönsten ist, soll man aufhören'», sagte die 32-Jährige.

Nico Ihle stellte bei den Männern einen deutschen Rekord über zweimal 500 Meter auf. In der WM-Konkurrenz sprintete der Chemnitzer 35,33 und 35,07 Sekunden und verbesserte mit der Gesamtpunktzahl von 70,40 die neun Jahre alte Bestmarke des Berliners Michael Künzel um 0,44 Zähler.

In seinem zweiten Lauf verpasste Ihle seinen deutschen 500-Meter-Rekord nur um 3/100 Sekunden. Für den Sachsen reichte es dennoch im Gesamtklassement nur zu Rang 13. Sieger wurde Lee Kyou-Hyuk, der in 34,78 und 34,32 Sekunden seinen südkoreanischen Landsmann Lee Kang-Seok als Titelträger ablöste, der in Inzell gestürzt war. Zweiter wurde Joji Kato aus Japan vor Jan Smeekens aus den Niederlanden.

Zum Abschluss verpasste das deutsche Herren-Trio auf Platz vier überraschend knapp eine Medaille. Marco Weber (München), Robert Lehmann (Erfurt) und der kurzfristig für den erkrankten Patrick Beckert nachnominierte Tobias Schneider (Berlin) schafften in Inzell in 3:45,54 Minuten ein kaum erwartetes Resultat. Überraschungssieger in der Teamverfolgung wurden die USA, die mit Shani Davis, Trevor Marsicano und Jonathan Kuck in 3:41,70 Minuten die favorisierten Mannschaften aus Kanada und der Niederlande auf die nächsten Plätze verwiesen.

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