Berlin (dpa) - Die Klage wegen sexueller Belästigung gegen den Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), Udo Dönsdorf, ist abgewiesen worden.

Das Berliner Landgericht urteilte am Freitag, die Klage des ehemaligen Eistänzers Sascha Rabe sei unbegründet. Rabe, der sich nach einem Kuss im Juni 2007 traumatisiert fühlte, habe keinen Anspruch auf Schmerzensgeld oder Folgekosten für eine Therapie.

«Die bewiesenen Handlungen mögen traumatisch gewesen sein, aber es liegt keine Rechtsgutsverletzung vor», sagte Richter Axel Hausermann. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Kläger kann in die zweite Instanz vor das Kammergericht ziehen. Dazu gab es am Freitag noch keine Stellungnahme aus der Berliner Anwaltskanzlei von Karla Vogt-Röller.

Rabe hatte einen Antrag auf Schmerzensgeld von 16 000 Euro plus möglicher Folgekosten wie therapeutischer Maßnahmen von 3000 Euro gestellt. Nun muss er sogar die Verfahrens- und Anwaltskosten tragen. Seine Tanz-Karriere hatte der Berliner im vergangenen Jahr beendet. Seine Partnerin Tanja Kolbe wurde am vergangenen Wochenende mit dem Italiener Stefano Caruso Dritte der deutschen Meisterschaften.

«Der Verband nimmt das Urteil sehr positiv auf», sagte DEU- Vizepräsidentin Elke Treitz der Nachrichtenagentur dpa. Dönsdorf könne nun unbelastet zur EM vom 24. bis 30. Januar nach Bern fahren.

Dönsdorfs Anwalt Alexander Stolberg hatte schon im Laufe des Verfahrens daran gezweifelt, dass «ein Zungenkuss zwischen zwei homosexuellen Männern eine sexuelle Handlung» sei. Die DEU hatte den Vorfall nicht geahndet, weil Rabe zu dem Zeitpunkt schon volljährig war. Allerdings hatte sie Dönsdorf deutlich gerügt und ihm für die Zukunft klare Vorschriften für den Umgang mit den jungen Eiskunstläufern gemacht. Dönsdorf wollte sich zu dem Urteil nicht äußern.

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