Schnellste
Jenny Wolf war schnellste Sprinterin über 500 Meter. Foto: Mike Sturk

Jenny Wolf war schnellste Sprinterin über 500 Meter. Foto: Mike Sturk

dpa

Jenny Wolf war schnellste Sprinterin über 500 Meter. Foto: Mike Sturk

Calgary (dpa) - Weltrekordlerin Jenny Wolf greift bei der Sprint-Weltmeisterschaft der Eisschnellläufer in Calgary völlig überraschend nach einer Medaille. Nach dem ersten Tag rangiert die Berlinerin im Klassement nach zwei Strecken auf dem nie erwarteten zweiten Platz.

In Führung liegt mit 74,270 Punkten ganz klar Titelverteidigerin Christine Nesbitt. Die Kanadierin unterbot in 1:12,68 Minuten den sechs Jahre alten Weltrekord ihrer Teamgefährtin Cindy Klassen auf der 1000-Meter-Strecke gleich um 0,43 Sekunden.

In 37,35 Sekunden war Jenny Wolf die schnellste Sprinterin auf ihrer Spezialstrecke über 500 Meter. Und wenig später verbesserte sie als Neunte auf der ungeliebten 1000-m-Strecke in 1:14,95 Minuten ihre Bestzeit gleich um 0,8 Sekunden.

«Das war endlich mal richtig gut. Ich bin sehr zufrieden. Aber ich fühle mich einfach nur kaputt», meinte die viermalige 500-Meter-Weltmeisterin nach ihrem Husarenritt. Zuletzt hatte die 32-jährige Hauptstädterin ständig über Müdigkeit geklagt und war noch vor einer Woche beim Weltcup in Salt Lake City bis auf Platz elf durchgereicht worden. «Im Training hat sich angedeutet, dass sie schon wieder viel spritziger ist. Das war ein fantastischer Lauf», lobte Cheftrainer Markus Eicher nach der starken Angangszeit von 10,27 für die ersten 100 Meter. «Sie ist genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in Top-Form.»

Die Favoritin Christine Nesbitt unterstrich mit ihrem Weltrekord ihre Klasse, nachdem es über 500 Meter in 37,93 Sekunden nur zum achten Platz gereicht hatte. Ihr Vorsprung über 1000 Meter auf die zweitplatzierte Marrit Leenstra (Niederlande) betrug sagenhafte 1,48 Sekunden. Damit steuert Nesbitt ganz klar auf Titelkurs.

Die Erfurterin Judith Hesse verbesserte als Neunte in 38,05 Sekunden ihre persönliche 500-m-Bestzeit um 8/100 Sekunden und landete über 1000 Meter auf Platz 16. In der Gesamtwertung liegt sie damit auf Rang 13. Alle Chancen auf die angestrebte Top-10- Platzierung büßte hingegen Monique Angermüller ein. Die Berlinerin stürzte in der letzten Kurve der 500 Meter und hat damit keine Chance mehr, am Sonntag die letzte Strecke des Vierkampfes überhaupt in Angriff zu nehmen.

Die beiden deutschen Herren konnten im Konzert der Weltelite nicht mithalten. Samuel Schwarz aus Berlin rangiert nach den ersten beiden Strecken auf dem enttäuschenden 22. Platz. WM-Neuling Denny Ihle (Chemnitz) stellte zwar zwei persönliche Bestzeiten auf, kam aber dennoch nicht über Platz 30 hinaus.

Der Südkoreaner Lee Kyou-Hyuk steuert dagegen bei der Sprint-WM auf dem Kurs zu seinem fünften Vierkampf-Gold. Der Titelverteidiger führt nach dem ersten Tag des Championats von Calgary mit 68,335 Punkten vor dem Russen Dmitri Lobkow (68,510) und dem Niederländer Stefan Groothuis (68,590). Lee gewann die 500 Meter in 34,33 Sekunden, über 1000 Meter war Olympiasieger Shani Davis in 1:07,25 Minuten der Schnellste.

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