Heerenveen (dpa) - Der Eislauf-Weltverband ISU will das Eisschnelllauf-Programm revolutionieren. Als gravierendste Änderung wird über die Einbeziehung der 3000 Meter der Herren anstelle der 10 000 Meter ins Programm von internationalen Mehrkampf-Meisterschaften nachgedacht.

Darüber beriet das Technische Komitee der ISU am Rande der Sprint-Weltmeisterschaften in Heerenveen. Grund für die angestrebte Reorganisation des Wettkampf-Betriebes der Mehrkämpfer ist die Spezialisierung der meisten Athleten auf die olympischen Einzelstrecken und die damit stark gesunkene Popularität des großen Mehrkampfes. Viele Weltklasseläufer verzichten auf einen Mehrkampfstart über 500, 1500, 5000 und 10 000 Meter. Dadurch hat sich das Leistungsgefälle auf der längsten Strecke vergrößert.

Die ISU denkt nach einem Bericht der niederländischen Tageszeitung «De Telegraaf» nun sogar darüber nach zu beantragen, den kleinen Vierkampf mit den 3000 anstelle der 10 000 Meter beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auch ins Olympische Programm aufzunehmen.

Hintergrund der Reformbestrebungen sind mäßige TV-Einschaltquoten, Sponsorenkritik und eine sinkende internationale Beteiligung bei großen Wettkämpfen. Bei dem Treffen in Heerenveen berieten die Mitglieder des Technischen Komitees auch über ein Neugestaltung des Weltcups, der künftig nach dem Vorbild der Grand-Slam-Turniere im Tennis organisiert werden soll.

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