Jacqueline Lölling holte in Winterberg den Europameistertitel. Foto: Arno Burgi
Jacqueline Lölling holte in Winterberg den Europameistertitel. Foto: Arno Burgi

Jacqueline Lölling holte in Winterberg den Europameistertitel. Foto: Arno Burgi

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Jacqueline Lölling holte in Winterberg den Europameistertitel. Foto: Arno Burgi

Winterberg (dpa) - Nervenstark trotz Rennabbruchs ist Skeletonpilotin Jacqueline Lölling zum ersten Europameistertitel ihrer Karriere gerast.

Nachdem der erste Lauf in Winterberg wegen heftigen Schneefalls abgebrochen wurde, erfolgte ein Neustart mit nur einem Lauf. Der Druck war enorm, denn erstmals fuhr die 21 Jahre alte Winterbergerin im Gelben Trikot der Weltcupführenden. Zwar musste sie im Weltcup der Kanadierin Elisabeth Vathje mit einer Zehntelsekunde den Vortritt lassen. Doch in der EM-Wertung verwies sie Titelverteidigerin Janine Flock aus Österreich mit 0,16 Sekunden Vorsprung auf EM-Platz zwei.

«Es war verrückt. In nur einem Lauf darf man sich keine Fehler erlauben, denn man kann ja im zweiten nichts mehr rausreißen. Jeder hätte sich einen zweiten Lauf gewünscht, so ist ja der Rennmodus», meinte Lölling.

Weltcup-Fünfte und EM-Dritte wurde Weltmeisterin Tina Hermann aus Königssee. Anna Fernstädt aus Berchtesgaden kam zeitgleich mit der Amerikanerin Kendall Wesenberg auf Weltcup-Platz zehn und in der EM-Wertung auf Rang acht.

Die Skeletonwettbewerbe wurden erstmals von einem Protest überschattet. Die Russen um Olympiasieger Alexander Tretjakow und der Olympia-Dritten Jelena Nikitina sowie Maria Orlowa in Winterberg gingen erstmals nach Aufhebung ihrer Suspendierung wieder an den Start. Lettische Fans hielten ein Transparent im Zielauslauf hoch. «Wo ist unser Gold?» Der viermalige Weltmeister Martins Dukurs wurde bei den Olympischen Winterspielen 2014 ausgerechnet vom des Dopings verdächtigten Tretjakow bezwungen.

«Es gibt keine positive Dopingkontrolle. Eine Sperre müsste vor Gericht Bestand haben. Daher ist aus meiner Sicht das IOC gefordert, für einen gewissen Zeitraum russische Athleten nicht zuzulassen», meinte Cheftrainer Jens Müller.

Lölling setzt auf die weiteren Ermittlungen: «Es ist schwierig, darüber etwas zusagen, man muss schauen, was die Zeit mit sich bringt». Die Österreicherin Flock meinte: «Ob sie starten oder nicht, ist mir eigentlich wurscht. Diese Diskussion verbraucht nur sinnlose Energie.»

Bei den Männern wurde ausgerechnet Christopher Grotheer von Tretjakow ausgebremst. Der Oberhofer verpasste um sieben Hundertstel den dritten Platz. «Am Start fehlten jeweils ein halbes Zehntel, dann hätte es zu Bronze gereicht«, sagte Grotheer. Den EM-Titel verteidigte der Lette Martins Dukurs vor seinem Bruder Tomass.

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