Europameister
Jewgeni Pluschenko ist erneut Europameister geworden. Foto: Gerry Penny

Jewgeni Pluschenko ist erneut Europameister geworden. Foto: Gerry Penny

dpa

Jewgeni Pluschenko ist erneut Europameister geworden. Foto: Gerry Penny

Sheffield (dpa) - Comeback gelungen: Eiskunstlauf-Olympiasieger Jewgeni Pluschenko hat sich bei seinem ersten internationalen Wettkampf nach fast zweijähriger Pause den siebten Titel bei Europameisterschaften gesichert.

Der Russe lief in Sheffield eine Klasse-Kür und gewann vor seinem Landsmann Artur Gatschinki und dem Titelverteidiger Florent Amodio aus Frankreich. Zum vierten Mal triumphierte die Südtirolerin Carolina Kostner, gefolgt vor der Finnin Kiira Korpi und Elene Gedewanischwili aus Georgien. Die Wahl-Oberstdorferin Kostner glänzte zu Mozartklängen und patzte bei keinem Sprung.

Der Berliner Peter Liebers erlaubte sich zwei Fehler und beendete das Championat auf Rang 15. Sein Trainingspartner Paul Fentz lief bei seinem Debüt auf den 17. Platz. Damit hat die Deutsche Eislauf-Union bei den Titelkämpfen 2013 in Zagreb nur einen Startplatz. Und die 17 Jahre alte Debütantin Nathalie Weinzierl aus Mannheim wurde 22.

Pluschenko zeigte sogar einen vierfachen Toeloop, der seinem lädierten Knie aber viel Schmerzen bereitet. Zudem glänzte er mit Kombinationen aus dreifachem Lutz, doppeltem Toeloop und Rittberger sowie dreifachem Axel plus Toeloop. «Ich bin trotz meiner Knieverletzung hergekommen, um mich zu präsentieren und für meine Fans zu laufen», sagte der 29-Jährige, der die Faust ballte und sich freute: «Ich bin so glücklich, ich habe einen guten Job gemacht». Mit 261,23 Punkten honorierte das Preisgericht nicht nur die Sprünge des dreimaligen Weltmeisters, sondern auch seine gute Interpretation des «Tango de Roxanne».

Der nach dem Kurzprogramm knapp vorn liegende Gatschinki zeigte sportlich zwar die höherwertigen Elemente, die Ausstrahlung ließ dagegen zu wünschen übrig. Mit 246,27 Zählern landete der 18-Jährige deutlich hinter seinem großen Vorbild Pluschenko. Beide trainieren seit Jahren in St. Petersburg bei Starcoach Alexej Mischin.

Liebers war einerseits enttäuscht, denn es wäre mehr drin gewesen. Andererseits war er froh, dass er trotz eines Kreuzbeinbruches die Saison nicht ganz abhaken musste. «Die Beine wurden mir sehr schwer heute. Mir fehlen drei bis vier Monate Vorbereitung», sagte der 23-Jährige. Die Eingangskombination vor 8000 Zuschauern in der Motorpoint Arena in seiner gefühlvollen Kür aus dreifachem Flip und Toeloop gelang dem Sportsoldaten, doch dann scheiterte er am dreifachen Axel.

«Es hat sich wieder gezeigt, dass der Axel der Königssprung ist, damit steht und fällt alles», sagte Trainerin Viola Striegler. Deshalb bekam der Student von der Jury nur 176,75 Punkte und verschlechterte sich zum Vorjahr um vier Plätze.

Überraschend stabil lief der deutsche Vize-Meister Paul Fentz und machte mit 169,40 Zählern sogar sechs Plätze gut. Mit der ungeliebten Startnummer eins kam der 19-Jährige gut zurecht und zeigte als Höhepunkte einen sauberen dreifachen Axel und eine dreifach Lutz/Toeloop-Kombination. «Meine Stärken liegen in den Sprüngen, arbeiten muss ich noch an den Ausläufen und am Ausdruck», meinte er.

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