Thomas Florschütz und Kevin Kuske beim Bob-Weltcup am Königssee. Foto: Tobias Hase
Thomas Florschütz und Kevin Kuske beim Bob-Weltcup am Königssee. Foto: Tobias Hase

Thomas Florschütz und Kevin Kuske beim Bob-Weltcup am Königssee. Foto: Tobias Hase

Sandra Kiriasis und Franziska Fritz belegten in der EM-Wertung den zweiten Platz. Foto: Tobias Hase

dpa, Bild 1 von 2

Thomas Florschütz und Kevin Kuske beim Bob-Weltcup am Königssee. Foto: Tobias Hase

Königssee (dpa) - Die erfolgsverwöhnten deutschen Bobteams haben zwei Wochen vor Olympia die Schmach von Königssee erlebt. Erstmals in der EM-Geschichte blieben die Frauen ohne Titel, die Männer holten mit Thomas Florschütz im kleinen Schlitten und Francesco Friedrich im 4er wenigstens EM-Bronze.

Im parallel ausgetragenen Weltcup fuhren sie aber auch hinterher. Dabei fand das Rennen auf der Heimbahn in Königssee statt, wo keine andere Nation mehr Fahrten oder Tests als die Deutschen absolviert hat. Und zudem fehlten noch die Spitzenteams der Russen um Alexander Subkow.

«Die olympische Generalprobe hatten wir uns sicherlich anders vorgestellt. Wir hatten uns mehr vorgenommen und sind alle enttäuscht, dass es nicht funktioniert hat», meinte Cheftrainer Christoph Langen. Alarmsignale ließ der Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt verlauten: «Wir haben auf der Bahn hier richtig Dresche bekommen. Wir wissen nicht genau warum, das müssen wir noch genau analysieren.» Routinier Florschütz wollte vor Olympia keine Unruhe aufkommen lassen: «Das Ergebnis kann man vergessen, man muss es so hinnehmen. Das ist nicht unser Leistungsstand, das wissen wir auch.»

Ratlosigkeit machte sich schon nach dem Zweierbob-Rennen breit. Der Riesaer Florschütz landete als bester Deutscher auf Weltcup-Rang neun und wurde nur dank der nachträglichen Disqualifikation des Letten Oskars Melbardis EM-Dritter. Den Weltcupsieg holte sich der Kanadier Justin Kripps vor dem Schweizer Beat Hefti, der zugleich seinen EM-Titel aus dem Vorjahr verteidigte und auch noch im Vierer gewann. Dritter wurde der Kanadier Lindon Rush. Arndt belegte Rang zehn, Zweierbob-Weltmeister Friedrich wurde Zwölfter.

In der Königsklasse gab es lange Gesichter, obwohl Arndt den Gesamtweltcup holte. Der EM-Titelverteidiger wurde im Weltcup aber nur Achter und somit EM-Sechster. «Das hatte ich mir sicherlich etwas anders vorgestellt, um den Weltcupsieg perfekt zu machen. Doch vor der Saison war die Kristallkugel mein Ziel und dies habe ich geschafft. Wenn die Generalprobe in die Hose geht, kann das Hauptziel nur gut werden», sagte Arndt. Florschütz landete auf den Rängen neun und sieben.

Das EM-Debakel im Viererbob, wo nach dem ersten Lauf erstmals seit 1990 ein medaillenloses Abschneiden drohte, verhinderte Friedrich mit Bronze. Allerdings kam er im Weltcup nur auf Rang fünf. Den Sieg holte sich der Amerikaner Steven Holcomb vor Doppel-Europameister Hefti. «Es kann jetzt nur noch besser werden, wenn wir bei den Spielen auf unserem Level sind und den anderen zeigen, wo es lang geht. In Sotschi passiert uns das nicht», sagte Friedrich.

Bei den Frauen sind die Deutschen erstmals in der zehnjährigen EM-Geschichte ohne Titel geblieben. Sandra Kiriasis fuhr im letzten Weltcup-Rennen ihrer Karriere auf Rang vier und wurde EM-Zweite hinter der Schweizerin Fabienne Meyer, die sich sowohl den Weltcup- als auch den EM-Sieg holte. EM-Titelverteidigerin Cathleen Martini kam auf Rang fünf. Anja Schneiderheinze enttäuschte mit Gesamtrang 13 und EM-Platz acht. «Im ersten Lauf hatte ich etwas Pech und bin in den Schnee gefahren. Der zweite Lauf war okay und es wurde noch einmal richtig knapp», sagte Kiriasis.

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