Jubel
Das deutsche Viererbob-Team um Manuel Machata jubelt über den Sieg in Innsbruck.

Das deutsche Viererbob-Team um Manuel Machata jubelt über den Sieg in Innsbruck.

dpa

Das deutsche Viererbob-Team um Manuel Machata jubelt über den Sieg in Innsbruck.

Innsbruck/Igls (dpa) - Der Frust über die Schmach mit dem kleinen Schlitten entlud sich im Ziel explosiv in einem Jubelschrei: Manuel Machata vom SC Potsdam gewann den Viererbob-Weltcup in Innsbruck/Igls und holte seinen insgesamt dritten Weltcup-Sieg in diesem Winter.

Mit einem furiosen zweiten Lauf katapultierte er sich von Platz drei noch an die Spitze. Am Ende hatte er 5/100 Sekunden Vorsprung vor dem debütierenden Riesaer Thomas Florschütz. «Es war ein wahnsinnig enges Rennen, am Ende hat alles gepasst», sagte Senkrechtstarter Machata. Dritter wurde Olympiasieger und Weltmeister Steven Holcomb aus den USA. Karl Angerer aus Königssee landete auf Platz acht.

In der Zweierbob-Entscheidung am Samstag hatten die Deutschen erstmals in diesem Winter einen Podestplatz verfehlt. Florschütz verpasste mit dem zeitgleichen Machata Platz drei um 1/100 Sekunde. Der Sieg ging an den Schweizer Beat Hefti vor dem Russen Alexander Subkow. Dritter wurde der Italiener Simone Bertazzo. «Das war ein Dämpfer zur richtigen Zeit», meinte Cheftrainer Christoph Langen nach dem schwachen Auftritt. Er hatte gut lachen, denn immerhin hielt sein 1999 zusammen mit Markus Zimmermann aufgestellter Start- und Bahnrekord (4,98/51,91 Sek.).

Die Kampfansage der harten Jungs für die «Königsklasse» war dementsprechend laut - und sie hielten Wort. Florschütz fuhr mit Ronny Listner, Andreas Barucha und Kevin Kuske eine eindrucksvolle Linie und zündete im unteren Bereich noch einmal den Turbo, obwohl er im ersten Lauf die schwere Last der letzten Startnummer tragen musste.

Nach Platz fünf zur Halbzeit hatte die Crew wohlwissend um ihre Stärke schon ein Lächeln auf den Lippen. «Das Erfolgserlebnis gibt uns noch einmal einen Schub für die kommenden Aufgaben», sagte Florschütz, der im November noch an der Bandscheibe operiert worden war. Während er bei seinem Saisondebüt im kleinen Schlitten noch leichte Abstimmungsprobleme beim Start mit dem viermaligen Olympiasieger Kuske hatte, harmonierte die komplette Crew schon fast reibungslos.

Einen echten bayerischen Jubelschrei vollzog auch Machata, der mittlerweile nur noch «Machete» genannt wird. Der Perfektionist, der mit dem kleinen Schlitten nach der Ausfahrt neun noch quer stand, zauberte mit seiner stark startenden Crew Richard Adjei, Andreas Bredau und Christian Poser bei warmen Temperaturen saubere Fahrten ins bröckelnde Eis und ließ selbst den routinierten Holcomb keine Chance. «Unfassbar, die Stärke der jungen Deutschen», zollte der Amerikaner Respekt. Nach dem starken Abschneiden war auch der ehrgeizige Cheftrainer Langen wieder zufrieden: «Das war genau die richtige Antwort, Respekt meinen Jungs.»

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