Umfaller
Bobfahrerin Cathleen Martini stürzte bei den Olympischen Spielen in Whistler.

Bobfahrerin Cathleen Martini stürzte bei den Olympischen Spielen in Whistler.

dpa

Bobfahrerin Cathleen Martini stürzte bei den Olympischen Spielen in Whistler.

Whistler (dpa) - Minus 15 Grad Celsius und die Hochgeschwindigkeitspiste in Whistler ist spiegelglatt. Sie verzeiht nach wie vor keine Fehler. Das bekam beim Bob-Training zum Weltcup-Auftakt erneut Cathleen Martini aus Oberbärenburg zu spüren, die wie schon im olympischen Finallauf stürzte.

Auch Karl Angerer aus Königssee, als Olympia-Starter der Routinier im neu formierten Bob-Team von Cheftrainer Christoph Langen, legte sich im großen Schlitten auf die Seite. «Als wir hier das Training aufgenommen haben, war alles kein Problem, da war es noch wärmer. Das Problem jetzt ist nur, dass es bei uns sehr kalt ist und die Bahn somit sehr, sehr schnell ist», sagte Angerer und betonte: «Die Geschwindigkeit macht die Bahn extrem gefährlich. Ich persönlich denke, wenn man diese Bahn retten will, muss man sie umbauen.»

Dies ist zumindest vor der berüchtigten Kurve 13 namens «Fifty-Fifty» teilweise geschehen. «Doch das Eis ist so hart wie eine Glasscheibe, wenn man lenken will, reagiert der Bob nicht mehr», meinte Langen. Zumindest funktioniert anders als bei Olympia das Krisenmanagement der neuen FIBT-Führung: Spontan wurde der Frauen-Wettkampf mit dem Männer-Zweierbob getauscht. Zum Wochenende hin soll es wieder wärmer werden. «Man versucht alles Mögliche, damit das Eis flexibel bleibt», betonte Langen.

Angerer und seine Jungs sind bei dem Sturz außer ein paar Schrammen und Abschürfungen diesmal mit dem Schrecken davon gekommen. Auch Pilotin Martini und ihre Weltcup-Debütantin Kristin Steinert konnten aufatmen. «Der untere Teil der Bahn ist bei Minus 15 Grad fast ein Glücksspiel. Da hat man fast keinerlei Möglichkeiten großartig einzugreifen», sagte Martini, deren Stammbremserin Romy Logsch immer noch mit einem lädierten Sprunggelenk an den Folgen ihres Olympia-Sturzes laboriert. Unvergessen die Szenen, als sie in der Zielkurve aus dem Bob herausgeschleudert wurde und wie ein verlorenes Ersatzteil hilflos im Eiskanal schlitterte.

Cheftrainer Langen, der im Jahr eins nach dem Rücktritt von André Lange auch auf den Olympia-Zweiten Thomas Florschütz aus Riesa wegen Bandscheibenprobleme verzichten muss, appelliert an die Konzentration seiner Schützlinge. «Die Fahrfehler müssen minimiert werden. Im Training werden Geschwindigkeiten von über 152 Stundenkilometer gefahren», erklärte Langen, der seine Youngster Maximilian Arndt (Oberhof) und Manuel Machata (Potsdam) ausdrücklich lobte: «Sie kommen sehr gut zurecht.»

Auch die Skeletonis, die sich bäuchlings und kopfüber in die «Todesbahn» mit 20 Prozent Gefälle stürzen, überzeugten mit gelungenen Fahrten im Training. Die Olympia-Dritte Anja Huber lobte die Arbeit der Eisarbeiter um den erfahrenen Königsseer Markus Aschauer, der extra vom Weltverband FIBT beauftragt wurde, die Grundstruktur zu legen. Beim Eisausbau seien natürlich Grenzen gesetzt, der Rest ist nur mit baulichen Maßnahmen machbar, meinte Aschauer. Huber, die nach dem Rücktritt der Olympia-Zweiten Kerstin Szymkowiak besonders in der Verantwortung steht, sieht sogar einen Qualitätssprung: «Die Bahn wurde wohl im Bereich 12/13 ein bisschen umgebaut und sollte für alle leichter zu fahren sein.»

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