Formkrise
Im neuen Jahr läuft es für den Norweger Ole Einar Björndalen nicht rund. Foto: Claudio Onorati

Im neuen Jahr läuft es für den Norweger Ole Einar Björndalen nicht rund. Foto: Claudio Onorati

dpa

Im neuen Jahr läuft es für den Norweger Ole Einar Björndalen nicht rund. Foto: Claudio Onorati

Leipzig (dpa) - Eine ausschweifende Party wird Ole Einar Björndalen an seinem Geburtstag wie auch in den vergangenen Jahren nicht feiern. Stattdessen trainiert der norwegische Superstar, der am 27. Januar 42 wird.

Alkohol trinkt der erfolgreichste Biathlet der Geschichte seit einem Vollrausch mit zwölf Jahren ohnehin nicht mehr. «Ich freue mich auf meinen Geburtstag und es wird sicher ein kleines bisschen gefeiert. Aber das Training fällt deshalb nicht aus», sagte der ewig nach Perfektion suchende Ausnahme-Athlet, dessen Credo lautet: «Ein Tag ohne Training ist ein verlorener Tag.»

Björndalen hat die Einheiten mit Blick auf die Heim-WM im März in Oslo auch nötig. Denn der beste Winter-Olympionike der Welt steckt nach seinem phänomenalen Saisonstart, als er in Östersund seinen 94. Weltcupsieg feierte, in der Krise. «Ich bin derzeit einfach nicht in Form. Ich muss jetzt eine harte Trainingsperiode einlegen und zur Ruhe kommen», sagte der achtmalige Olympiasieger, der bis Weihnachten noch dreimal auf das Podest gelaufen war. Doch im neuen Jahr läuft es überhaupt nicht rund.

Björndalen, der seit vielen Jahren im österreichischen Obertilliach lebt, hat auch einen Grund dafür ausgemacht. Der Rekord-Weltmeister war erstmals seit mehr als 22 Jahren über Weihnachten wieder in seiner Heimat in Norwegen. Er wollte dort bei besseren Schneebedingungen trainieren. Aber stattdessen wurde er krank. «Das war definitiv keine gute Idee», sagte er.

Vor allem das Schießen funktioniert bei Björndalen, angesichts seiner endlosen Erfolgsliste auch «Außerirdischer» oder «Kannibale» genannt, derzeit nicht. Wegen der Erkältung ließ er Anfang des Jahres zwei Rennen in Ruhpolding aus, kam danach aber nicht über die Plätze 12, 23, 30 und 44 hinaus. Für ihn sicher eine Demütigung war der letzte Platz im Massenstart von Ruhpolding, als er zehn Strafrunden drehen musste. Insgesamt kommt Björndalen derzeit nur auf eine schwache Trefferquote von 81 Prozent.

Weil sich Björndalen im März am legendären Holmenkollen von der großen Bühne am liebsten mit einer weiteren WM-Medaille verabschieden will, wird er nun die anstehenden Übersee-Weltcups in Kanada und den USA auslassen und trainieren. Sicher wieder in der Höhe - wie in vielen Jahren zuvor auch. «Ich bereite mich maximal vor, werde versuchen, in Top-Form zu sein», sagte Björndalen hoffnungsvoll. Und wer ihn kennt, weiß, dass das auch mit 42 nicht unmöglich ist.

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