Medaillenkandidatin
Magdalena Neuner trainierte fleißig für den WM-Auftakt in der Mixed-Staffel.

Magdalena Neuner trainierte fleißig für den WM-Auftakt in der Mixed-Staffel.

dpa

Magdalena Neuner trainierte fleißig für den WM-Auftakt in der Mixed-Staffel.

Chanty-Mansijsk (dpa) - Mit vereinten Kräften wollen die deutschen Biathleten zum WM-Auftakt die Goldspur legen. Durch einen Erfolg in der Mixed-Staffel soll das Signal an die starke Konkurrenz lauten: Die Medaillen bei der Weltmeisterschaft im sibirischen Chanty-Mansijsk gehen nur über uns.

«Das Ziel ist eine Medaille, am besten die goldene. Schließlich sind wir Titelverteidiger», sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang vor dem erstmals als Mixed-Staffel gelaufenen Auftaktrennen am Donnerstag.

Die Olympiasieger Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Michael Greis sowie Arnd Peiffer starten für das zwölfköpfige deutsche Team. Im Vorjahr holte Deutschland mit Neuner und Peiffer in Chanty-Mansijsk Mixed-Gold in einem im Rahmen des Weltcups ausgetragenen Staffel-Rennen. Im eiskalten Sibirien hofft Müssiggang in elf WM-Wettbewerben auf sechs Medaillen.

«Dieser WM-Titel fehlt mir als einziger noch. Das Gold würde mich schon reizen», meinte Henkel, die als einzige Biathletin in allen fünf olympischen Disziplinen schon Weltmeisterin war. Auch die Männer sind hochmotiviert. «Die Erwartungen sind hoch. Ein Erfolg wäre ein gutes Startsignal für eine erfolgreiche WM», sagte Greis.

Die Aussichten der Deutschen, die sich bei der letzten WM 2009 mit zweimal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze in der Nationen-Wertung nur Norwegen (4/1/3) geschlagen geben mussten, sind exzellent. Nicht zuletzt angesichts der überragenden Auftritte von Weltcup-Spitzenreiterin Henkel, Neuner und Miriam Gössner beim letzten Weltcup in Fort Kent mit einem Dreifach-Triumph und zwei Doppelsiegen. Die deutschen Staffeln gehören sowieso zu den Favoriten. Zudem haben Peiffer und Greis in den vier Einzelrennen gute Chancen. Auch Andreas Birnbacher ist einiges zuzutrauen. «Er ist gut drauf. Bei ihm wird's auch mal Zeit», sagte sein Heimtrainer Fritz Fischer.

Doch die Konkurrenz ist gewaltig. Bei den Frauen allen voran die sechsfache Saisonsiegerin Tora Berger aus Norwegen, gefolgt von Schwedens Helena Ekholm, der Finnin Kaisa Mäkäräinen und Sprint-Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei. Zudem werden die bislang enttäuschenden Russinnen um Olga Saizewa und Swetlana Slepzowa vor heimischem Publikum auftrumpfen wollen.

Bei den Männern stehen vor allem die Norweger um Ole Einar Björndalen, Weltcup-Spitzenreiter Tarjei Bö und Emil Hegle Svendsen auf den Tippzetteln ganz oben. Angesichts ihrer Dominanz in diesem Winter kein Wunder. «Wir hatten eine gute Vorbereitung und sind gut drauf. Wir wollen in jedem Rennen um die Medaillen mitkämpfen», sagte Schießtrainer Mikael Löfgren.

Rekord-Olympiasieger Björndalen, der zuletzt von einem Virus geplagt wurde und ein Leistungstief durchlief, ist wieder gesund. «Meine Trainingswerte und Tests sind sehr vielversprechend», erklärte Björndalen - eine Nachricht, die nicht jedem Kontrahenten schmecken dürfte. Denn der «Kannibale» ist heiß auf seinen 15. WM-Titel.

Gold will auch sein Landsmann Emil Hegle Svendsen. Der 25-Jährige wird nach der Nichtberücksichtigung für die norwegische Langlaufstaffel bei der nordischen Ski-WM in Oslo seine Enttäuschung in zusätzliche Motivation umwandeln. «Er wird sich jetzt voll auf seinen ersten Start im Sprint konzentrieren», meinte Löfgren, der wie andere Fachleute auch die Franzosen um den starken Martin Fourcade, Schweden mit Björn Ferry und Carl Johan Bergman sowie die Russen um Iwan Tscheresow auf der Rechnung hat - Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Insgesamt gehen bei der 44. Biathlon-WM über 300 Skijäger aus 41 Ländern an den Start - so viele wie noch nie. Zum zweiten Mal nach 2003 findet die WM in dem westsibirische Ort knapp 2000 Kilometer östlich von Moskau statt.

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