Christoph Stephan ist weit entfernt von der WM-Norm.
Christoph Stephan ist weit entfernt von der WM-Norm.

Christoph Stephan ist weit entfernt von der WM-Norm.

dpa

Christoph Stephan ist weit entfernt von der WM-Norm.

Oberhof (dpa) - Christoph Stephan wirkt ratlos. «Wenn ich wüsste, woran es liegt, dass ich nach dem ersten Drittel der Saison nicht einmal die halbe WM-Norm habe, wüsste ich, woran ich arbeiten müsste», sagt der WM-Zweite von 2009.

Die Rückenschmerzen, mit denen sich der Oberhofer Biathlet schon einige Zeit herumplagt, könnten nicht die alleinige Ursache für die schwachen Ergebnisse sein. Trotzdem hat er mit dem Oberhofer Team-Physiotherapeuten René Becher und der medizinischen Abteilung in der Bundeswehr-Sportfördergruppe am Grenzadler in der Wettkampfpause seit dem 19. Dezember intensiv an der Bekämpfung der Schmerzen gearbeitet. «Die Gründe sind muskulärer Natur, nichts Schlimmes», beruhigt Christoph Stephan. Doch beim Laufen mit dem 4,5 Kilogramm schweren Gewehr auf dem Rücken käme man häufig in eine Kippbewegung. Das verursache die Schmerzen. Ihm ginge es wie einem Übergewichtigen, dem der Arzt sagt, «wenn Sie joggen ist das schlecht, wenn Sie nichts machen, ist es auch schlecht», erzählt Stephan.

Seit dem Winter 2008/09 ist der unangepasste Typ mit flotten Sprüchen, der sich verausgaben kann wie kaum ein anderer, als Startläufer ein Fixpunkt in deutschen Staffeln. «Die Staffel beim Weltcup in Hochfilzen war bisher das einzige Rennen, mit dem ich zufrieden war», betont er. Dort hatte er nur eine Reservepatrone benötigt, als Zweiter 7,5 Sekunden hinter dem französischen Sprint-Olympiasieger Vincent Jay gewechselt.

«In Staffelrennen tue ich mich leichter. Das Wissen um die Möglichkeit des Nachladens lässt alles einfacher erscheinen. Das zeigt aber auch, dass ich es kann. Offensichtlich ist es bei mir vor allem Kopfsache. Wird die Birne klar, ist der Kerl auch wieder gut», meint Stephan.

Immerhin war er im Herbst nicht nur deutscher Meister geworden, er hatte auch prima Testwerte bei der Leistungsdiagnose. Dass er sein Potenzial bisher im Weltcup nicht abrufen konnte, macht ihn unzufrieden. Die Nervenbelastung ist ihm anzusehen. Christoph Stephan leidet regelrecht. «Ich will wieder dahin, wo ich vor zwei Jahren schon war, in die Weltspitze», sagt er und fügt trotzig an: «Zur Not müssen wir eben die Brechstange rausholen». Wohl wissend, dass er so die Rückkehr in die Elite nicht schafft.

«Da passt Mark Kirchner schon auf. Er kennt mich, weiß wie ich ticke, seit ich mit 17 Jahren in seine Trainingsgruppe kam», berichtet der Polizeimeister der Bundespolizei, dem auch ein bisschen sein Altenberger Kumpel Michael Rösch in der Nationalmannschaft fehlt: «Mit 'Ebs' war mehr Lockerheit in der Mannschaft».

Um so mehr hofft Christoph Stephan auf ein erneutes «Aha-Erlebnis» in der Staffel, um Selbstvertrauen zu tanken. «Die Tage von Oberhof sind für mich wie eine eigene WM im Weltcup-Zirkus, für mich das größte Highlight und die schönsten Rennen des Winters. Hier will ich mich zeigen und hoffe, dass es mir den nötigen Auftrieb gibt, wenn mich die Leute die Berge hochschreien», erzählt er.

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