Biathlon-Dauerbrenner
Der Norweger Ole Einar Björndalen ist mit 44 Jahren einer der Oldies im Wintersport. Foto: Sven Hoppe

Der Norweger Ole Einar Björndalen ist mit 44 Jahren einer der Oldies im Wintersport. Foto: Sven Hoppe

dpa

Der Norweger Ole Einar Björndalen ist mit 44 Jahren einer der Oldies im Wintersport. Foto: Sven Hoppe

Oslo (dpa) - Vor dem Biathlon-Weltcup in Oslo wird weiter über ein mögliches Karriereende von Ole Einar Björndalen spekuliert.

Der Rekordweltmeister aus Norwegen spricht im Interview der Deutschen Presse-Agentur über Olympia 2022, seine ungebrochene Motivation und die Faszination Holmenkollen. Dort starten am Donnerstag die Wettbewerbe in Skandinavien.

Herr Björndalen, kennen Sie die deutsche Eisschnellläuferin Claudia Pechstein?

Björndalen: Ich kenne sie nicht persönlich, aber ich kenne ihre Resultate und weiß, was sie in ihrer Karriere geleistet hat.

Frau Pechstein will 2022 noch in Peking dabei sein. Sie wird kurz nach den Olympischen Winterspiele in China 50 Jahre alt.

Björndalen: Wenn sie die Motivation hat, kann sie das ohne Zweifel schaffen. Ich denke, dass so etwas mit einem guten Umfeld durchaus möglich ist. Wenn es mit der Familie nicht klappt, dann ist das aber sehr, sehr schwierig.

Also können Sie sich auch vorstellen, in Peking ein weiteres Mal bei Olympia dabei zu sein? Sie wären dann 48 Jahre alt.

Björndalen: Motivationsmäßig ist das überhaupt kein Problem. Für mich ist die Schwierigkeit, dass wir eine Familie haben. Wir beide, meine Frau und ich, sind noch aktiv, und das zu koordinieren ist sehr, sehr schwierig. Das kostet sehr viel Energie. Biathlon ist ein Sport, bei dem man nicht nur in der Halle trainiert, sondern man muss viele Lehrgänge machen, planen und organisieren. Das Drumherum muss stimmen, denn sonst verbraucht man seine ganze Energie mit unwichtigen Dingen. Wenn ich weitermache, dann muss das alles passen und Dinge müssen sich ändern.

Merken Sie, dass es schwerer wird, sich zu motivieren und jeden Tag zum Training zu gehen?

Björndalen: Das Training ist überhaupt nicht das Problem, das Organisatorische ist das Problem. Mein Training war sehr gut im vergangenen Sommer, dann ist aus einem kleinen Problem ein großes geworden und das hat mir zu schaffen gemacht.

Trotz aller Motivation haben Sie die siebte Olympia-Teilnahme in Pyeongchang verpasst. Konnten Sie sich die Rennen der Männer überhaupt ansehen oder haben Sie darauf verzichtet?

Björndalen: Ich habe mir ein bisschen was angeschaut, habe mich aber auf die Rennen der Frauen konzentriert, denn ich war ja wegen meiner Frau da und wollte sie unterstützen. Ich habe mir nur das Männerrennen in der Verfolgung im Stadion angesehen, den Rest im Fernsehen.