Magdalena Neuner trainiert für den Biathlon im Hexenkessel von Oberhof. Foto: Martin Schutt
Magdalena Neuner trainiert für den Biathlon im Hexenkessel von Oberhof. Foto: Martin Schutt

Magdalena Neuner trainiert für den Biathlon im Hexenkessel von Oberhof. Foto: Martin Schutt

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Magdalena Neuner trainiert für den Biathlon im Hexenkessel von Oberhof. Foto: Martin Schutt

Oberhof (dpa) - Die orkanartigen Sturmböen über dem Oberhofer Grenzadler machten das Schießtraining der deutschen Biathletinnen fast zum Muster ohne Wert. Dennoch hat Magdalena Neuner nach der Weihnachtspause Lust auf eines der letzten Highlights ihrer Karriere.

«Es passt eigentlich alles und ich freue mich, dass es jetzt wieder losgeht. Oberhof kann kommen», sagte die 24-Jährige. Der Weltcupauftakt 2012 im Hexenkessel von Oberhof wird für die deutschen Biathleten zum ersten großen Härtetest für die WM in Ruhpolding. «Oberhof wird vor allem wegen der vielen Fans mit Blick auf die Heim-WM ein erster Gradmesser», meinte Neuner.

Denn über 100 000 Fans werden von Mittwoch an an insgesamt fünf Wettkampftagen zum Grenzadler pilgern. Und sie wollen vor allem eines sehen: Magdalena Neuner und Co. auf dem Podest. Druck spürt die Rekord-Weltmeisterin, die beim Staffelrennen unter Flutlicht mit Andrea Henkel, Tina Bachmann und Sabrina Buchholz läuft, nicht. Vielmehr macht die Weltcup-Spitzenreiterin wie schon in den ersten Weltcups ihrer Abschiedssaison einen lockeren Eindruck.

Selbst die fast irregulären Bedingungen am Schießstand mit Sturmböen bis zu 80 km/h rangen ihr nicht mehr als ein Lächeln ab. «Das wird zwar morgen unter Umständen eine Lotterie, aber vielleicht ist das Glück ja mal auf unserer Seite. Ich habe ein gutes Gefühl», meinte die Wallgauerin und ergänzte: «Speziell mit der Staffel haben wir ja noch etwas gut zu machen. Ich hoffe schon, dass wir diesmal wieder Richtung Podest marschieren werden.» Denn im vergangenen Jahr kamen die deutschen Frauen in Oberhof nur auf den enttäuschenden sechsten Platz wie auch in der ersten Staffel dieser Saison in Hochfilzen.

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nutzte Magdalena Neuner wie ihre Teamkollegen zum Regenerieren: «Ich hatte ein paar sehr entspannte Weihnachtsfeiertage und ein sehr nettes und gemütliches Silvester. Mit viel Plätzchen und gutem Essen.»

Arbeit wartete dennoch auf die Sportlerin des Jahres, denn ihre Abschiedserklärung zum Saisonende weckt Begehrlichkeiten. «Ich habe unheimlich viele Autogrammkarten unterschrieben», meinte Magdalena Neuner und stellte ihre Fans schon mal auf Wartezeiten ein: «Bei den meisten Autogrammwünsche, die in den letzten Wochen reingeflattert sind, könnte es passieren, dass die ein bissel später ankommen.»

Die Zahl 6 soll in Oberhof auf keinen Fall in der Ergebnisliste auftauchen. «Für die Staffel sind wir alle hochmotiviert», sagte Andrea Henkel. Sie feierte mit ihrem Freund Tim Burke in Oberhof in einer Pizzeria ins Neue Jahr und geht guten Mutes in den nächsten Weltcup-Abschnitt. «Vor Weihnachten war ich schon ganz schön kaputt und brauchte erst einmal ein paar Tage, um meine Akkus wieder aufzuladen. Aber jetzt passt wieder alles», sagte die zweimalige Olympiasiegerin.

Auch Tina Bachmann brennt nach ihrem Abstecher zur Tour de Ski wieder auf die Kombination aus Loipe und Schießstand. «Im Laufen bin ich mittlerweile wieder in etwa dort, wo ich sein wollte und auch beim Schießen klappt es im Training deutlich besser. Jetzt geht es darum, dass die zwei Komponenten im Wettkampf zusammenpassen», sagte die Vize-Weltmeisterin im Einzel.

Die Männer starten ebenfalls mit der Staffel, allerdings am Donnerstag und ohne den in der Saisonvorbereitung verletzten Michael Greis. «Er macht eine Staffel-Pause», erklärte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer, Simon Schempp und Hochfilzen-Verfolgungssieger Andreas Birnbacher sind wohl gesetzt, Startplatz vier geht entweder an Florian Graf oder Michael Rösch.

«Oberhof ist einfach immer eines der ganz großen Highlights im Winter. Die Leistungsdichte ist aber so hoch wie wohl noch nie zuvor. Das ändert allerdings nichts daran, dass wir sowohl mit den Staffeln als auch in den Einzelrennen um die vorderen Plätze mitkämpfen wollen», sagte Müssiggang.

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