Magdalena Neuner ist beim Staffelrennen der Frauen das Lächeln vergangen. Foto: Martin Schutt
Magdalena Neuner ist beim Staffelrennen der Frauen das Lächeln vergangen. Foto: Martin Schutt

Magdalena Neuner ist beim Staffelrennen der Frauen das Lächeln vergangen. Foto: Martin Schutt

Andrea Henkel machte als Startläuferin einen guten Job. Foto: Hendrik Schmidt

Tina Bachmann lässt sich am Schießstand nicht aus der Ruhe bringen. Foto: Martin Schutt

Sabrina Buchholz (r) schickt Magdalena Neuner als Zweite in die Schlussrunde. Foto: Martin Schutt

Magdalena Neuner läuft vor der Russin Olga Vilukhina. Foto: Hendrik Schmidt

Als Führende kam Magdalena Neuner zum entscheidenden Schießen. Foto: Martin Schutt

Magdalena Neuner läuft als Vierte in Oberhof ins Stadion ein. Foto: Hendrik Schmidt

Auf die siegreichen Russinnen hatte das deutsche Quartett am Ende 1:49,4 Minuten Rückstand. Foto: Hendrik Schmidt

dpa, Bild 1 von 8

Magdalena Neuner ist beim Staffelrennen der Frauen das Lächeln vergangen. Foto: Martin Schutt

Oberhof (dpa) - Mit versteinerter Miene lief Magdalena Neuner über die Ziellinie. Kein Lächeln, kein Gruß an die Zehntausende von Fans - nach ihrem Staffel-Debakel von Oberhof hätte sich die Rekordweltmeisterin am liebsten in Luft aufgelöst.

Mit vier Strafrunden beim letzten Schießen sorgte die Ausnahme-Biathletin im Alleingang für den verpassten Weltcupsieg. «Es tut mir leid», sagte die 24-Jährige, als ihre Teamkolleginnen Andrea Henkel, Tina Bachmann und Sabrina Buchholz sie tröstend in die Arme nahmen.

«Man kann es in einem Satz zusammenfassen, ich habe es verkackt», meinte Magdalena Neuner, nachdem sie sich in der Umkleidekabine wieder gefangen hatte. Zuvor war sie mit Tränen in den Augen wortlos an den Journalisten vorbeigegangen.

Dabei hatte die in ihre Abschiedssaison überragend gestartete Magdalena Neuner alle Trümpfe in der Hand. Im liegenden Anschlag leistete sie sich keinen Fehler. Als Führende kam sie zum entscheidenden Schießen. Dann der Blackout: Die Wallgauerin ließ Scheibe um Scheibe stehen, nicht nur den Fans stockte vor Entsetzen der Atem. «Ich hatte ein gutes Gefühl und dachte immer, warum fallen die Scheiben nicht. Am Ende habe ich dann resigniert», erklärte die 24-Jährige.

Auf Sieger Russland hatte das deutsche Quartett am Ende 1:49,4 Minuten Rückstand. Ein Vorwurf kam keiner ihrer Teamkolleginnen über die Lippen. «Das ist sicher schade, aber wir gewinnen und verlieren zusammen. Das kann jedem passieren. Aber davon geht die Welt nicht unter», sagte Sabrina Buchholz.

56 Tage vor dem ersten Rennen bei der Heim-WM machte Startläuferin Andrea Henkel einen guten Job. Vor den 19 000 Zuschauern in der Rennsteig-Arena, darunter IOC-Vizepräsident Thomas Bach, meisterte sie ihre Aufgabe mit ihrer ganzen Erfahrung. Vize-Weltmeisterin Tina Bachmann ließ sich am Schießstand ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen. Dafür sorgte sie in der Loipe für eine Schrecksekunde, als sie mit der Slowakin kollidierte und stürzte. «Wir haben uns mit den Schuhschnallen verhakt. Das war eine Schrecksekunde, aber Gott sei Dank ist nichts weiter passiert», meinte Tina Bachmann, die mit 12,2 Sekunden Vorsprung an Sabrina Buchholz übergab.

Die eigentlich als Wackelkandidatin eingestufte Thüringerin zeigte im Hexenkessel von Oberhof Nervenstärke und empfahl sich mit ihrem couragierten Auftritt für die WM-Staffel. «Das war wirklich ein gutes Rennen. Aber an die WM denke ich noch nicht», sagte Buchholz, die Neuner als Zweite auf die Schlussrunde geschickt hatte. Zunächst sah es so aus wie bei der letzten Weltmeisterschaft in Sibirien, als sie dem Team den Titel mit einer fulminanten Schlussrunde gerettet hatte. Doch dann kam die Ernüchterung beim letzten Schießen.

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